Zukunftswünsche der besonderen Art
„Bis 2013 will ich soviel Geld verdienen, um nach Amerika auswandern zu können. Dann werde ich im Vergnügungspark Seaworld in Orlando arbeiten.“ So stellt sich Dennis Fink* seine Zukunft vor. Das haben die beiden UB-Mitarbeiter nach zahlreichen Versuchen mit Gebärdendolmetschern schließlich von ihm erfahren (siehe 20.7. und 31.8.2009). Nun erweist es sich als äußerst schwierig, einen Gehörlosen in ein Praktikum zu vermitteln. „Wir haben mit über 20 Betrieben Kontakt aufgenommen, ohne eine einzige Aussicht“, erzählt UB-Mitarbeiterin Susan Cathrin Dübbers-Olms. Einziger Lichtblick: Mercedes bietet eine Ausbildung zum Metallwerker speziell für Gehörlose an. Eine Zusage der Schwerbehinderten-Vertretung von Mercedes liegt ihnen für Dennis Fink vor. Aber ist es das Richtige für ihn? „Wir können seine Fähigkeiten überhaupt nicht einschätzen“, so die UB-Mitarbeiterin. Immer wieder erklärt sie ihm, dass er mit einer Ausbildung das Geld für seinen Traum besser verdienen kann. Ob er sie verstehen kann, zeigt er nicht. Die Zeit drängt, längst ist seine Orientierungsphase abgelaufen.
Für UB-Teilnehmer Marko Bruckner* (siehe 10.8.2009) hingegen eröffnen sich nach seinem erfolgreichem Orientierungs-Praktikum in einer Zentralküche sogar drei Optionen: Will er demnächst in einem Seniorenheim in der Küche helfen und dabei viel Kontakt mit den Bewohnern haben? Oder will er in der Kantine des Polizeipräsidiums oder der Straßenbahn AG arbeiten? Was meinen Sie: Wie wird er sich entscheiden?
* Name geändert
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