Übersicht
Reformvorschläge der BAGüS zur beruflichen Teilhabe
53° NORD Service: Nützliche Links
Nachgefragt: Was macht Daniela Wolters?
Rettungsaktion KLARER KURS
Neu im Verlagsprogramm
Wer steckt hinter 53° NORD?
Liebe Leserinnen und Leser,
die Bundestagswahl ist entschieden, die neue schwarz-gelbe Regierung formiert sich. Auf deren Agenda für die nächste Legislaturperiode steht die Überarbeitung des Leistungsrechts für Menschen mit Behinderung, einschließlich der Weiterentwicklung der Teilhabe am Arbeitsleben. Wohin geht die Reise? Worauf müssen sich die Betroffenen, aber auch die Einrichtungen und Dienste einstellen? Hinweise geben die Stellungnahmen und Arbeitspapiere der Gremien und Verbände.
Eine besondere Bedeutung kommt der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe zu, die Ende September ihre „Reformvorschläge 2009 zur Weiterentwicklung des Leistungsrechts für Menschen mit Behinderungen und pflegerischen Bedarf“ vorlegte. Das Papier behandelt die Reform der beruflichen Teilhabe in Kapitel V „Vorschläge zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe“ unter Punkt 4 „Teilhabe am Arbeitsleben“. Hier ein Textauszug. Den vollständigen Text finden Sie unter http://www.lwl.org/spur-download/bag/reformvorschlaege 2009 - 21092009.pdf.

Reformvorschläge der BAGüS zur beruflichen Teilhabe
- Einführung einer Schulwegekonferenz bereits frühzeitig vor Ablauf der Schulpflicht unter Einbeziehung aller mit der anschließenden beruflichen Eingliederung befassten Stellen, wobei dem IFD eine besondere Bedeutung zukommen sollte.
- Klare Zugangskriterien für den Personenkreis, der die Aufnahme in eine Werkstatt anstrebt, wobei für den Berufsbildungsbereich und den Arbeitsbereich der Werkstätten für die unterschiedlichen Leistungsträger gleiche Kriterien gelten müssen.
- Verbindliches Eingangsverfahren für schwerst oder schwerstmehrfach behinderte Menschen, bei denen fraglich ist, ob sie die Werkstattkriterien (Werkstattfähigkeit) erfüllen, wobei bei Personen, die nach den jeweiligen Schulgesetzen der Länder als schulisch bildbar gelten, der Anspruch auf berufliche Bildung – zumindest in einer Werkstatt für behinderte Menschen – gesetzlich klargestellt werden muss.
- Stärkung des Wunsch- und Wahlrechtes behinderter Menschen und damit alternative Beschäftigungsangebote zur Werkstatt, z.B. durch eine „Öffnungsklausel“ im SGB IX.
- Alternativ im Sinne einer stärkeren Personenzentrierung: Ausrichtung der Bestimmungen der §§ 39 ff. SGB IX an die Leistungen und nicht mehr an der Institution Werkstatt, wodurch auch die Probleme der zurzeit nicht vorhandenen Wahlmöglichkeiten beim Persönlichen Budget gelöst wären.
- Aufhebung der Einzugsbereiche.
Des Weiteren
- Ein vereinfachtes Vergütungssystem, da sich der § 41 Abs. 3 SGB IX, der die Kostenzuordnung regelt, in der Praxis als nicht umsetzbar erwiesen hat.
- Stärkung der Position der Anerkennungsbehörden hinsichtlich ihrer Prüf- und Eingriffsmöglichkeiten (analog Vertragsstrafenregelung § 115 SGB XI).
- Überarbeitung und Anpassung der Werkstättenverordnung an die heutigen Erfordernisse.
- Finanzielle Stärkung der vorrangigen Leistungsträger (Integrationsämter und/oder Bundesagentur für Arbeit), um Beschäftigungs- und Arbeitsverhältnisse behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt insbesondere durch Lohnkostenzuschüsse dauerhaft abzusichern.
Bei alledem stimmt die BAGüS mit der Bundesregierung darin überein, dass es primäres Ziel sein muss, mehr behinderte Menschen als bisher die Eingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder den Übergang von der Werkstatt auf diesen zu ermöglichen.
53° NORD-Service

Links zur beruflichen Teilhabe
In dieser Rubrik stellen wir für Sie Links zu Webseiten unterschiedlicher Organisationen zusammen, unter denen Sie nützliche und gut aufbereitete Informationen und Materialien für Ihre tägliche Arbeit finden. Auch wenn Sie keine konkrete Frage haben, klicken Sie vielleicht trotzdem vorbei: Sie finden mit Sicherheit interessante Anregungen!
www.on-line-on.eu
Die Seite ist aus einem von der EU geförderten Projekt entstanden und will Menschen mit Lernschwierigkeiten den Weg zum Umgang mit neuen Medien ebnen. Die Unterseiten „Computer nutzen“ und „Leichte E-Mails“ enthalten entsprechende Lernprogramme und Übungen, dazu Spiele und nützliche Links. Lernergebnisse lassen sich in einem Lernordner ablegen – eine erste sinnvolle Nutzanwendung übers Internet. Ergänzt werden die Angebote mit den Unterseiten „Mein Leben“ (persönliche Zukunftsplanung) und „Mein Lernen“ (Lern-Werkstatt und Lern-Wunschkarten). Schließlich haben die Nutzer über die Trainings auf der Seite „Mentor werden“ die Möglichkeit, andere beim Lernen zu unterstützen.
Hinter dieser Seite steht das österreichische Projekt atempo aus Graz, das sich dem Thema Einfache Sprache verschrieben hat, sowie Partner aus sechs weiteren europäischen Ländern. Für Deutschland waren die Ev. Akademie Bad Boll und die Paulinenpflege Winnenden beteiligt.
www.kein-handicap.de
Dies ist eine Job-Börse für körperbehinderte und chronisch kranke Menschen. Die Seite enthält bundesweite Angebote und Gesuche für Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Die Angebote stammen von namhaften Firmen. Hinter der Seite steht der Selbsthilfeverein Kein Handicap e.V. Unterstützt wird sie unter anderem von Hewlett Packard.
www.familienratgeber.de
Dieses Internetportal ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Behindertenhilfe und der Aktion Mensch. Es biete ein umfangreiches Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen. Besonders hervorzuheben ist die umfangreiche Adressensammlung, in der zurzeit über 20.000 Adressen enthalten sind, die wahlweise nach Anliegen oder Wohnort (PLZ) durchsucht werden kann.
www.selbsthilfe-online.de
Selbsthilfe behinderter und chronisch kranker Menschen ist, wie der Name schon verrät, das Thema dieser Internetseite. Neben hilfreichen Downloads, wie Anträge oder Erklärungen, werden Ideen und Anregungen zur Selbsthilfe thematisiert und eine ausführliche Sammlung von Verbänden und Selbsthilfegruppen zur Verfügung gestellt.
Nachgefragt

Was macht eigentlich Daniela Wolters?
Das Magazin KLARER KURS berichtete in seiner Ausgabe 2/2008 auf Seite 40 in einem Portrait über die junge Frau aus Köln, die in der Gemeinnützigen Werkstatt Köln (GWK) arbeitet. Über die Gestützte Kommunikation entdeckte die Werkstatt, dass Daniela Wolters Lesen und Schreiben kann und ermöglichte ihr, sich mitzuteilen und ihre Vorlieben und Abneigungen, Freuden und Ängste zu äußern. Gemeinsam mit Kunsttherapeutin Sabine Manke hielt sie die Ergebnisse in einem „Ich-Buch“ und in einem „Gefühle-Buch“ fest. Emotionen sind über Texte, Fotos, Farben und künstlerische Ausdrucksformen erarbeitet.
Seit dem Besuch der Redaktion hat Daniela Wolters in einem Theaterstück mit dem Titel „Verliebt, verlobt, verheiratet?“ mitgewirkt. Ihre ausdrucksstarken Emotions-Bilder dienten dabei als Kulissen-Hintergrund. Nach einer persönlichen Krise notiert die junge Frau jetzt die täglichen kleinen Glücksmomente des Lebens in einem „Glücksbuch“. In der wöchentlichen Kunsttherapiesitzung setzt sie zusammen mit Sabine Manke einige der Texte in Gestaltung um.
Diesen Text hat Daniela Wolters für die Leser von KLARER KURS verfasst:
MÖCHTE VERSTANDEN SEIN
Möchte total gern in Zeitung was steht!
Auch über wie wichtig ist Schreiben und Malen
Ohne kann nicht zeigen wie mit innen drin geht
Möchte gerne wie super wichtig ist zu mir viel zeigen
Zu können Menschen wissen!
Mir zutrauen! Sonst nicht will mir jemand oft!!!
SCHREIBEN
Schreibe seit 6 Jahren gestützt.
Habe Schreiben mir selbst gelernt.
Wie? Schaue gut!
Schreibe jeden Tag.
Schreiben ist Leben.
Kann ja reden!
Leben macht mehr Sinn.
Mut zu reden, tu Meinung sagen!
Rettungsaktion KLARER KURS

Das Erscheinen von KLARER KURS im nächsten Jahr ist nach wie vor nicht gesichert. Die Abonnementszahlen steigen zwar, zurzeit allerdings zu langsam. Über Zusprüche, wie von Klaus Winger vom Berufsbildungswerk Nordhessen, freuen wir uns sehr:
„Klarer Kurs ist für uns sehr hilfreich und anregend insbesondere für junge Menschen mit Behinderungen, die voraussichtlich trotzt guter Ausbildung kaum Chancen im ersten Arbeitsmarkt haben. Wir hoffen auf den Erhalt des Magazins!“
Und auch das Projektbüro "Inklusion In Sachsen" unterstützt den Erhalt von KLARER KURS:
„Volle Unterstützung auch aus Sachsen! Die Mitarbeiter des Landesverbandes schätzen die Fachlichkeit und den Ideenreichtum Ihres Magazins sehr und wünschen sich, dass Ihr Engagement mitreißt und hilft, unsere Gesellschaft wirkungsvoll in neue Bahnen zu lenken.“
Die Redaktion von KLARER KURS bedankt sich bei den vielen Unterstützern!
Wer sich außerdem für den Erhalt von KLARER KURS einsetzt, lesen Sie auf unserer Unterstützerseite.
Helfen Sie mit und abonnieren Sie das Magazin zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung, oder tragen Sie sich auf unserer Internetseite in die Liste der Unterstützer ein.
Sie brauchen mehr Informationen? Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.
Neuerscheinung im Verlag 53° NORD

Dieter Basener:
Hamburger Arbeitsassistenz - Das Original der Unterstützten Beschäftigung
In der Reihe: Im Gespräch; ISBN 978-3-9812235-3-8, 192 Seiten, € 19,80
Im Jahre 1993 übernahm die Hamburger Arbeitsassistenz aus den USA das Konzept des „Supported Employment“ und entwickelte es systematisch weiter. Seither verhalf sie über 700 Personen zu einer Tätigkeit in Supermärkten, Altenheimen, Tankstellen und in vielen anderen Arbeitsfeldern. Das sind mehr als 20 % der Werkstattberechtigten mit geistiger Behinderung in Hamburg, ein Erfolg, der alle gängigen Vermutungen über mögliche Zugangschancen zu Betrieben des ersten Arbeitsmarktes ad absurdum führt. Das Vorgehen der Hamburger Arbeitsassistenz diente dem Gesetzgeber als Vorbild für die neue Maßnahmeform „Unterstützte Beschäftigung“. In Gesprächen und lebendigen Praxisberichten zeichnet dieses Buch die Erfahrungen des ersten Fachdienstes für Unterstützte Beschäftigung nach und macht sie damit auch für Andere nutzbar.
Ein Buch für alle, denen der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt ein Anliegen ist.
Zur Buchbestellung kommen Sie hier.
Übrigens: Der Medienversand von 53° NORD ist bundesweit die einzige Internetbuchhandlung zum Thema beruflichen Teilhabe. Unser Angebot an Fachliteratur finden Sie hier.
Vorgestellt

Das sind die Gesichter hinter 53° NORD
An dieser Stelle stellen wir Ihnen die festen und freien Mitarbeiter vor, die den Verlag 53° Nord mit Ideen, Texten und Bildern, schlicht: mit Leben füllen.
Heute: Claudia Walpuski
Jahrgang 1966. Sie ist ausgebildete Bürokauffrau und sammelte, bevor sie unser Team verstärkte, bereits Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen. Zuletzt arbeitete sie für den Springer Verlag in der Anzeigensachbearbeitung. Seit 2007 absolvierte sie eine berufliche Qualifizierung im Berufsbildungsbereich der Elbe-Werkstätten und unterstützt seit 2008 den Verlag 53° Nord. Es gibt immer viel zu tun: Rechnungen, Bestellungen, Abonnements, das Telefon, die Mails und vieles mehr. In ihrer Freizeit geht sie gern ins Kino und trifft sich mit ihren Freunden. Immer gilt: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Mit herzlichen Grüßen
53° NORD Agentur und Verlag GmbH
Behringstraße 16a
22678 Hamburg
Tel: 040 – 414 37 59 88
Mail: info@53grad-nord.com
Homepage: www.53grad-nord.com