Was WerkstattBeschÄftigte WÜnschen

Übersicht

Wie wünschen sich Werkstattbeschäftigte die WfbM?
Nachgefragt: GWW Sindelfingen – betroffen von der Autokrise?
53° Nord-Service: Nützliche Links zur beruflichen Teilhabe
Rettungsaktion KLARER KURS
Veranstaltungen 53° Nord
Wer ist eigentlich 53° Nord?

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in unseren Einrichtungen steht der behinderte Mensch im Mittelpunkt. Wir kümmern uns um seine Arbeit und Beschäftigung, um Qualifizierung und berufliche Bildung und um Übergangsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt. Auch innerbetriebliche Mitsprachemöglichkeiten haben wir organisiert. Dennoch: Wissen wir wirklich, was die Beschäftigten sich wünschen? Haben sie Einfluss auf die Entscheidungen, die wir für sie treffen, die Organisation des Betriebes, die Auswahl und Qualifikation des Personals? Wenn Beschäftigte ihre Wünsche formulieren, kommen manchmal überraschende Dinge zu Tage. So geschehen in der letzten Woche in Hamburg. Lesen Sie selbst.

Foto Kongress der Landesarbeitsgemeinschaft

Wie wünschen sich Werkstattbeschäftigte die WfbM?

Welche Forderungen stellen Werkstattbeschäftigte an die Wärkstätten und ihr Personal? Auf dem Kongress der Landesarbeitsgemeinschaft WfbM in Hamburg vom 16.-18. September hieldten Mitglieder von Werkstatträten einen stark beachteten Workshop ab, in dem sie ihre Sichtweise formulierten und damit viele der Teilnehmer zum Nachdenken brachten. Eingebettet war dieser Workshop in den Themenblock „Künftige Anforderungen an die Personalentwicklung“. Hier einige Punkte aus dem Forderungskatalog:

  • Die Beschäftigten sollen so bezahlt werden, dass ein Mensch davon leben kann.
  • Die Werkstätten sollen mehr Bildungsangebote für die Beschäftigten anbieten.
  • Die Beschäftigten sollen selbst entscheiden können, wo sie arbeiten möchten, zum Beispiel in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Es ist die Aufgabe der Werkstätten, sich zu verändern und sich den Bedürfnissen der Beschäftigten anzupassen.
  • Die Politik muss sich an den Interessen der Beschäftigten ausrichten und nicht an den Interessen der Werkstätten.
  • Der Werkstattrat soll ein Vetorecht bei Neuanstellungen in der Werkstatt haben.
  • Die Werkstätten müssen daran arbeiten, sich überflüssig zu machen.
  • Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf müssen mehr als jetzt gefördert werden und das bekommen, was sie benötigen, egal, was es kostet.

Einen ausführlicheren Kongressbericht finden Sie in der nächsten Ausgabe von KLARER KURS.

 

Nachgefragt

Foto Nachgefragt

Trifft die Automobilkrise die GWW Sindelfingen?

Die Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten Sindelfingen (GWW) arbeiten seit vielen Jahren für das Sindelfinger Mercedeswerk, in ihrer Zweigwerkstatt Magstadt sogar nach dem sehr anspruchsvollen Prinzip „Just in Sequenz“ (JiS): Bereitstellungszeit 310 Minuten, Null-Fehler-Garantie. KLARER KURS berichtete darüber in seiner Ausgabe 3/2008 (Sie können den Artikel hier auf unserer Webseite nachlesen) .
Wie hat sich die Automobilkrise auf die Werkstatt ausgewirkt und was sind die Pläne für eine zukünftige Zusammenarbeit? Wir fragten nach.

Michael Meyer, der Verbindungsmann der GWW „zum Daimler“ (wie die Schwaben sagen), räumt ohne Umschweife ein: „Die Wirtschaftskrise hat uns als Zulieferer hart getroffen. Der Absatz der teuren Fahrzeuge, also der S-Klasse, sank um 40-50 Prozent. Die E-Klasse hingegen ist von der Krise nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen.“

Für die GWW liegt das Hauptproblem darin, für die Produktionsausfälle andere Tätigkeiten zu finden, damit die Vollbeschäftigung der Mitarbeiter gewahrt bleibt. Finanziell kann der Betrieb die Durststrecke eine Zeit lang verkraften, ohne zu Entgeltkürzungen greifen zu müssen. Michael Meyer ist jedoch überzeugt: „Die Talsohle ist erreicht, der Absatz wird sich im nächsten Jahr wieder stabilisieren, wenn auch auf niedrigerem Niveau.“

Die GWW wird bei Mercedes mit noch mehr Kapazitäten im Zulieferergeschäft einsteigen: „Es wird künftig nur noch drei JiS-Lieferanten geben, einer davon ist die GWW. Schon jetzt haben wir unsere Zulieferung von der Fertigung von Seitenscheiben auf Heckscheiben und die Lufteinlassmontage ausgedehnt. In 2010 bzw. 2011 werden wir zudem voraussichtlich die Fußmatten für alle in Sindelfingen produzierten Modelle liefern. Und in die Planung der neuen Modellreihen, die für 2012-14 anstehen, sind wir einbezogen.“

Michael Meyer betont aber auch, dass es für eine Werkstatt keinen Sozialbonus gibt. „Daimler entscheidet strikt noch Kosten und Qualität. Wir stehen in hartem Wettbewerb mit den anderen Zulieferern und müssen uns am Markt behaupten.“

 

53° NORD-Service

Foto

Links zur beruflichen Teilhabe

In dieser Rubrik stellen wir für Sie Links zu Webseiten unterschiedlicher Organisationen zusammen, unter denen Sie nützliche und gut aufbereitete Informationen und Materialien für Ihre tägliche Arbeit finden. Auch wenn Sie keine konkrete Frage haben, klicken Sie vielleicht trotzdem vorbei: Sie finden mit Sicherheit interessante Anregungen!

www.talentplus.de
Diese Website von REHADAT firmiert als „Portal zum Thema Arbeitsleben und Behinderung“
Unter anderem finden sich hier nützliche Informationen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Hinweise auf Institutionen und Berater sowie ein gut gemachtes und umfangreiches Lexikon zum Thema, das wiederum eine Vielzahl weiterer Materialien und Links enthält.

www.bundesrecht.juris.de
Die Sammlung des Bundesministeriums für Justiz ist die vollständigste und aktuellste Quelle für Rechtsvorschriften, die das Web bietet. Unter Gesetze / Verordnungen finden sich beispielsweise die Sozialgesetzbücher I – XII (SGB), das Berufsbildungsgesetz (BBiG), die Abgabenverordnung (AO) oder die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss „Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung“ in Werkstätten für behinderte Menschen (BehWerkPrV).

www.behindertenbeauftragte.de
Auf der Website der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen finden sich unter den Begriffen Bildung und Beruf u.a. Hinweise zu WfbMs, zum Nachteilsausgleich, zur Unterstützten Beschäftigung und zum persönlichen Budget für Arbeit.

www.faf-gmbh.de
Die Internetseite der Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte (FAF), einer Tochtergesellschaft der BAG Integrationsfirmen, bietet unter dem Menüpunkt „Service und Infos“ Informationen rund um Integrationsbetriebe, u.a. Berichte und Studien, Förderrichtlinien, aktuelle Diskussionsbeiträge sowie Berichte aus Europa.

 

Neues von der Rettungsaktion KLARER KURS

Bild Rettungsring


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Sie brauchen mehr Infos? Einen eigenen Eindruck von der neuesten Ausgabe KLARER KURS können Sie sich in der Online-Leseausgabe verschaffen.

 

Aus dem Veranstaltungsprogramm von 53° Nord

Foto Lokaltermin

9./10.11.2009
Außenarbeitsplätze in der Praxis: Lokaltermin bei den Elbe-Werkstätten

Die Elbe-Werkstätten sind mit rund 1.350 Arbeitsplätzen die größte der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Hamburg. Seit 15 Jahren sammeln sie Erfahrungen mit integrierten Arbeitsplätzen. 15 Prozent aller Werkstattplätze sind dabei in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts angesiedelt.
Außenarbeitsgruppen gibt es unter anderem im Hamburger Staatsarchiv und in der Staatsbibliothek. Ambulant tätige Integrationshelfer begleiten die Einzelarbeitsplätze. Das Projekt Chance 24 ist eine dual angelegte Qualifizierung in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes in den Bereichen Handwerk und Hauswirtschaft, Pflege, Kindergärten und Gastronomie.
Menschen mit psychischer Behinderung ermöglicht ein eigenständiges Konzept mit der Bezeichnung Jobvision, ausgehend vom Berufsbildungsbereich, den Zugang zum Arbeitsmarkt.
Darüber hinaus gibt es spezielle Angebote von Werkstattleistungen und -teilleistungen für Budgetnehmer des Persönlichen Budgets.
In unserer Veranstaltungsreihe "Lokaltermin" erhalten die Teilnehmer Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von innovativen Praxislösungen zu machen, mit den Verantwortlichen zu sprechen, genau hinzuschauen und kritisch nachzufragen.

Ort: Hamburg-Altona
Kosten: 170,- € incl. Mwst.
Hier können Sie das Anmeldeformular herunterladen.

 

Foto Unternehmen

Für Kurzentschlossene:

8./9. Oktober 2009
Mut zum unternehmerischen Risiko: Werkstätten gründen eigene Unternehmen

Viele Werkstätten haben unter ihrem Dach mit wirtschaftlichem Risiko mutig neue Unternehmen gegründet. Sie betreiben Supermärkte, Restaurants, Schwimmbäder, Eissporthallen und Tierparks. Erfolgreiche werkstatteigene Betriebe und Integrationsfirmen stellen sich vor und erläutern ihre Erfolgsfaktoren und Stolpersteine.

Themenblock 1: Eigenprodukte
Wie entwickeln erfolgreiche Werkstätten neue Ideen für Eigenprodukte und wie setzen sie sie um? Wie baut man eine Produktmarke unter dem Dach einer WfbM auf? Alfred Heitauer, Werkstattleiter der Inntal-Werkstätten in der Stiftung Attl, stellt die Marke Fairwerk vor und erklärt, was er wieder so und was er nicht mehr so machen würde.

Themenblock 2: Einen Betrieb übernehmen?
Bestehende Betriebe in die eigene betriebswirtschaftlicher Verantwortung übernehmen, empfiehlt sich das? Wo liegen die Chancen, wo die Risiken? Wolfgang Grasnick, Geschäftsführer der U.S.E. Berlin, ist diesen Weg mehrfach gegangen und berichtet aus seiner Praxis.

Themenblock 3: Die Ausgründung
Unser Best-Practice-Beispiel aus Solingen stellt eine äußerst erfolgreiche Unternehmensgründung vor: Im Herbst 2007 ging die Integrationsgesellschaft Genesis als Kooperation der Lebenshilfe Solingen mit dem Krankenhausverbund Kplus an den Start. Josef Neumann, Geschäftsführer der Lebenshilfe Solingen, blickt mit den Teilnehmern zurück in die Gründungszeit.

Themenblock 4: Wie gründe ich eine Integrationsfirma?
In diesem Workshop zeigt Peter Stadler von der FAF GmbH (Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte), wie man's richtig macht: Was muss ich in betriebswirtschaftlicher, organisatorischer und konzeptioneller Hinsicht bedenken, wenn ich ein Integrationsunternehmen gründen will? Welches Produkt oder welche Dienstleistung will ich mit welchen Chancen auf den Markt bringen? Referat und Diskussion mit praktischen Übungen und Checklisten.

Ort: Nürnberg, Pegnitz-Werkstätten
Kosten: 290,- € incl. Mwst.
Hier können Sie das Anmeldeformular herunterladen.

 

Vorankündigung

53° Nord setzt Impulse für die Weiterentwicklung der beruflichen Rehabiltation. Für Mai nächsten Jahres veranstalten wir gemeinsam mit der CONTEC GmbH einen Open-Space-Kongress mit dem Titel:
UN-Konventionell denken! - Was folgt aus der UN-Konvention für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung?

Termin: 26. bis 28. Mai 2010
Ort: Heilig-Kreuz-Kirche, Berlin-Kreuzberg

Näheres unter www.un-konventionell-denken.de

 

Vorgestellt

Foto Gundula Hildebrandt

Das sind die Gesichter hinter 53° NORD

An dieser Stelle stellen wir Ihnen die festen und freien Mitarbeiter vor, die den Verlag 53° Nord mit Ideen, Texten und Bildern, schlicht: mit Leben füllen.

Heute: Gundula Hildebrandt
Jahrgang 1967, Dipl. Betriebswirtin. Seit 5 Jahren bei den Elbe-Werkstätten. Dort zunächst Leitung des Projekts Chance 24, seit 2 Jahren Referentin für Projektmanagement. Außerdem hält sie die Website www.aktionbildung.de am Leben und freut sich jedes Jahr auf die Organisation des Gemeinschaftsstandes Chance:Bildung auf der Werkstättenmesse. Organisiert und moderiert gemeinsam mit Grid Grotemeyer die 53° NORD Veranstaltungen. Wollte eigentlich Landwirtin werden, aber das kommt noch....

 

Mit herzlichen Grüßen

53° NORD Agentur und Verlag GmbH
Behringstraße 16a
22678 Hamburg
Tel: 040 – 414 37 59 88
Mail: info@53grad-nord.com
Homepage: www.53grad-nord.com