Übersicht
Vereinsgründung zur Sozialraum-Arbeit
KLARER KURS: Blick in die neue Ausgabe, Lesermeinungen
Aus dem Medienversand: Streitschlichtung von und mit behinderten Menschen
53° NORD Service: Nützliche Links rund um die Berufliche Teilhabe
53° NORD intern: Ein neuer Slogan
Liebe Leserinnen und Leser,
die Fachtagung "Sozialraumorientierung konkret", die 53° NORD in der vergangenen Woche in Hamburg durchführte, könnte ein Meilenstein in der Entwicklung der beruflichen Teilhabe werden.
Aus Sicht der Veranstalter und wohl auch der Mehrzahl der Teilnehmer ging von dieser Tagung eine Aufbruchstimmung aus. Werkstätten wollen künftig bei der Entwicklung zu Inklusion und Arbeit im Sozialraum eine aktive Rolle übernehmen.
Das dokumentiert unter anderem die Gründung des Vereins UN-Konventionell e.V., über die wir Ihnen in diesem Newsletter berichten wollen.
Wir wünschen Ihnen wie immer gewinnbringende und gute Unterhaltung.
Ihr 53° NORD-Team
Vereinsgründung zur Sozialraum-Arbeit

Im Rahmen der Tagung "Sozialraumorientierung konkret" gründete sich am 21. April 2010 in Hamburg ein neuer Verein.
In ihm wollen sich Einrichtungen der beruflichen Teilhabe, insbesondere Werkstätten, zusammenschließen, die sich die Verwirklichung der UN-Konvention
auf die Fahnen geschrieben haben. Die Gründungsversammlung umfasste 27 Teilnehmer. Der Vereinsname lautet "UN-Konventionell e.V., Netzwerk
für Sozialraum-Arbeit".
In der Satzung ist sind als Vereinszweck u. a. folgende Aufgaben festgelegt:
- Die Entwicklung eines sozialraumorientierten Konzepts zur Inklusion von Menschen mit Behinderung - einschließlich des erforderlichen methodischen Instrumentariums
- die Festlegung von Qualitätsstandards
- der Aufbau einer Kommunikationsstruktur unter den Netzwerkpartnern
- die Durchführung von Modellprojekten
- die Organisation von Fortbildungsangeboten
- Öffentlichkeitsarbeit
- die Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement für Teilhabe und Vielfalt.
Bei der Vorstandswahl wurde zum Ersten Vorsitzenden Kuno Eichner von Integra Mensch in Bamberg gewählt. Zweite Vorsitzende wurde Liane Völler von den Gemeinnützigen Werkstätten Köln. Zum Schatzmeister wurde Dirk Schürmann von den Werthmann-Werkstätten Attendorn bestimmt.
Im Vorstand vertreten sind außerdem das Lebenshilfewerk Ilmenau Rudolstadt, die Wertachtal-Werkstätten Kaufbeuren, die Hephata-Werkstätten Schwalmstadt, alsterarbeit Hamburg, die Albert-Schweitzer-Einrichtungen Dinslaken sowie 53° NORD, der Verlag und die Veranstaltungsagentur der Elbe-Werkstätten Hamburg.
Eine eigene Vereins-Website ist im Aufbau. Informationen finden Sie zurzeit unter www.integra-mensch.de
KLARER KURS mit einer Reportage über die Qualifizierung zum "Alltagshelfer in der Seniorenhilfe"

In der Frühjahrsausgabe stellt unser Magazin unter anderem den Qualifizierungsgang zum Alltagshelfer in der Seniorenhilfe vor. Die Lebenshilfe Braunschweig hat dieses Berufsfeld für Werkstattbeschäftigte entwickelt.
KLARER KURS besuchte die Teilnehmer vor Ort und berichtet über die Ausbildungsinhalte, die Tätigkeiten und die Übernahmechancen. Am Rande sprach das Team mit Jörg Klingebiel, Mitarbeiter des Fachdienstes betriebliche Integration, über seinen Wechsel aus der Gruppenleitertätigkeit in die Arbeit als Job Coach, über seine Entwicklung seine Aufgaben. Hier das Interview in Auszügen.
KLARER KURS: Herr Klingebiel, Sie waren Gruppenleiter in der Werkstatt und arbeiten jetzt im Fachdienst betriebliche Integration. Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Tätigkeiten?
Jörg Klingebiel: Ich bin Tischlermeister und war im Handwerklichen Gruppendienst in der WfbM tätig. Jetzt bin ich viel stärker pädagogisch gefordert. Vorher stand für mich die Gruppe im Vordergrund, jetzt kann ich mich intensiv mit der Einzelperson beschäftigen. Ich habe viel mehr das gesamte persönliche und betriebliche Umfeld im Auge. Die passgenaue Platzierung und die Arbeitszufriedenheit des Beschäftigten sind für mich hier die wichtigsten Herausforderungen. Die neue Tätigkeit ist sehr viel integrativer.
KLARER KURS: Wie ist es, wenn Sie einen Teilnehmer im Betrieb platzieren wollen? Wird er dort mit offenen Armen aufgenommen?
Jörg Klingebiel: Ich erlebe auch Ängste und Unsicherheit der Mitarbeiter bis hin zur Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes. Vorurteile sind zu spüren, aber es gibt auch viel Aufgeschlossenheit, einfach ein Praktikum zu starten. Daraus entwickeln sich aus meiner Erfahrung viel Verständnis und Entwicklungsmöglichkeiten für beide Seiten.
KLARER KURS: Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle?
Jörg Klingebiel: Ich erlebe meine Tätigkeit als die eines Vermittlers. Ich bin Ansprechpartner für beide Seiten, für Beschäftigte und Betriebe. Anfangs ist die Kommunikation zwischen ihnen unsicher und meine Aufgabe besteht darin, sie in Gang zu bringen. Wenn das gelungen ist, kann ich mich um die Gestaltung von weiteren Betätigungsfeldern und Qualifizierung kümmern.
KLARER KURS: Haben Sie sich auch selbst weiterentwickelt?
Jörg Klingebiel: Auf jeden Fall. Diese Tätigkeit ist eine echte Herausforderung. Wir sind mit sehr unterschiedlichen Situationen konfrontiert, entwickeln gemeinsam kreative Ideen und die Arbeit kann nur gelingen, wenn wir uns sehr engagieren. Außerdem bekommt man hier wieder einen Blick für das normale Arbeitsleben.
KLARER KURS: Ist der Gestaltungsspielraum größer als in der Werkstatt?
Jörg Klingebiel: Ja. Diese Arbeit funktioniert nur, wenn man seine Tätigkeit selbst gestaltet und entscheiden kann. Welche Betriebe spreche ich an? Wie und wen informiere ich? Wen platziere ich wo? Ich arbeite sehr eng mit den Beschäftigten zusammen und entscheide mit ihnen gemeinsam.
KLARER KURS: Sehen Sie in der Fachdiensttätigkeit zur betrieblichen Integration eine Entwicklungschance auch für andere Werkstattgruppenleiter?
Jörg Klingebiel: Selbstverständlich. Da öffnet sich ein ganz neues Feld. Es bietet eine hervorragende Möglichkeit für Gruppenleiter, sich zu verändern. Das Interesse an unserer Arbeit ist groß. Einige KollegInnen nutzen die Möglichkeit, mich an einem Arbeitstag zu begleiten.
Den Bericht über die Qualifizierung zum Alltagshelfer in der Seniorenhilfe mit dem vollständigen Interview finden Sie in KLARER KURS 2-2010, der Mitte Mai erscheint.
Wie unsere Leser KLARER KURS beurteilen, lesen Sie hier:

"Gerne bestätige ich Ihnen, dass ich das Magazin "Klarer Kurs" regelmäßig lese, schätze und nutze. Die leichte Lesbarkeit ohne Seichtheit und Voyeurismus macht das Aufnehmen der Informationen und Berichte sehr angenehm. De Spektrumsbreite mit dem Schwerpunkt "Berufliche Teilhabe für Menschen mit Behinderung", die Präsentation innovativer und kreativer Arbeitseinsätze gibt es so in keinem anderen Medium. Allerdings will ich nicht verhehlen, dass ich als Geschäftsführerin eines Berufsbildungswerkes hin und wieder verärgert bin über den marginalen Stellenwert der Arbeit der Berufsbildungswerke. Hier würde ich mir wünschen, dass "Klarer Kurs" auch auf dieses Segment einen ernstzunehmenden Blick richtet." René Seehof
René Seehof ist Geschäftsführerin des Berufsbildungswerks Südhessen gGmbH in Karben.

"Die Nachricht über den Fortbestand des Magazins KLARER KURS über das Jahr 2009 hinaus hat mich sehr gefreut, denn es gibt aus meiner Sicht kein weiteres Magazin, dass in einer ähnlich hochwertigen Aufmachung sich dem Themenfeld der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung widmet. Doch nicht nur die Aufmachung stimmt. Auch die Inhalte zeugen von hoher Qualität. Kurzweilig und ausgesprochen informativ wird die ganze Bandbreite der Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung behandelt. Innovative Praxisbeispiele werden vorgestellt. Vor allem bleibt das Magazin nicht beim „state of the art“ stehen, sondern ist zukunftsweisend und regt an, die Grenzen des Möglichen zu erweitern. Als Referent eines Bundesfachverbands möchte ich KLARER KURS als wichtige Informations- und Anregungsquelle nicht mehr missen." Dr. Laurenz Aselmeier
Dr. Laurenz Aselmeier ist Referent für Teilhabe am Arbeitsleben, Bildung und soziale Teilhabe beim Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V.

"KLARER KURS ist immer am Puls der Zeit. In den Artikeln wird gesellschaftliche Teilhabe praxisnah an konkreten zukunftsweisenden Beispielen erörtert. Mir persönlich gefällt auch, dass in regelmäßigen Abständen künstlerische Projekte vorgestellt werden." Jutta Pöstges
Jutta Pöstges leitet die Kreative Werkstatt ALLERHAND der Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK).
Noch mehr Lesermeinungen finden Sie hier. Informationen für ein Abonnement von KLARER KURS finden Sie auf unsere Abo-Seite.
Medienversand - aus unserem Angebot:
Streitschlichtung von und mit Menschen mit Behinderung

Die Gemeinnützigen Werkstätten Köln haben in ihrer Zweigwerkstatt in Rodenkirchen ein Programm eingeführt, das Werkstattbeschäftigte befähigt, Streit unter Kollegen zu schlichten. Der Versuch wurde im Jahre 2003 gestartet und mittlerweile gehört die Streitschlichtung zum Alltag der Rodenkirchener Werkstatt.
Die Frage, die sich die GWK vor Projektbeginn stellte, lautete: Können Menschen mit einer geistigen Behinderung Streitschlichter sein? Hier die Antwort nach der Projektauswertung:
"Für die Tätigkeit als StreitschlichterIn können Menschen gefunden werden, die eine Kompetenz oder Fähigkeit mitbringen. Das können GruppensprecherInnen sein oder engagierte Personen, die schon ein positives Streitverhalten haben, oder Personen, die sprachlich gewandt sind etc. Sie werden dann in Kommunikationstechniken und in Streitschlichtung unterrichtet. Die BetreuerInnen unterstützen sie sowohl beim Lernen als auch beim Streitschlichten.
Es hat eine andere Qualität, wenn die Streitschlichtung von Menschen mit geistiger Behinderung auch durch StreitschlichterInnen mit geistiger Behinderung durchgeführt wird. Es ist eine Achtung vor ihrem Können und ein weiteres Stück der Selbstverantwortung. Weiterhin ist es eine Entlastung für alle, die bisher mit dem Schlichten von Streit beschäftigt waren. Zudem kann es innerhalb der gleichen Gruppe psychologisch sinnvoll und wertvoll sein, die Lösung des Konfliktes der Gruppe selbst zu überlassen – und nicht von der „Erwachsenen-Seite“ einzugreifen. Dies hat sich in der Schulstreitschlichtung und in Mediationen mit Jugendlichen als sehr erfolgreich erwiesen."
Die Broschüre Streitschlichtung von und mit Menschen mit Behinderung (incl. einer CD mit den Materialien) sowie das komplette Programm des Medienversands von 53° NORD finden Sie hier.
53° NORD-Service

Nützliche Links zur beruflichen Teilhabe
In der letzten Ausgabe ist uns leider ein Fehler unterlaufen. Die korrekte Internetadresse des Projektes Integra Mensch aus Bamberg lautet www.integra-mensch.de. Sorry.
Das DBIS ist ein Service zur Nutzung von Datenbanken. Es umfasst insgesamt weit über 8.000 Datenbanken zu unterschiedlichen Themen. Viele dieser Datenbanken sind kostenpflichtig oder mit entsprechenden Zugangsdaten nutzbar.
Der vorgestellte Link führt zu einer Übersicht aller frei im Web zugänglichen Datenbanken mit pädagogischen Inhalten. In dieser umfangreichen Auflistung, die in Rubriken geordnet sind, findet man sowohl Rechtsordnungen, Enzyklopädien, Aufsatzdatenbanken und andere nützliche Portale. Die Suchfunktion hilft dem Nutzer, die Vielzahl an Informationen einzuschränken.
Seit diesem Monat betreibt die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation das Diskussionsforum "Rehabilitations- und Teilhaberecht" als barrierefreie Plattform für den Informations- und Meinungsaustausch.
Zweck dieser Seite ist es, zu mehr Rechtssicherheit bei der Beantragung und der Gewährung von Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe beizutragen.
In der Infothek werden dem Nutzer zahlreiche Angebote gemacht, die hilfreich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema "Rehabilitations- und Teilhaberecht" sind. Vor allem bietet die Seite die Möglichkeit sich auszutauschen.
Dafür stellt die Seite ein klar strukturiertes Forum zu Verfügung, das es einfach macht, sich in der umfassenden Thematik zu orientieren.
53° NORD intern: Ein neuer Slogan

"Ganz nah dran." So lautet der neue Slogan von 53° NORD. Entstanden ist er aus der Einschätzung von KLARER-KURS-Lesern zu den Portraits unseres Fotografen Axel Nordmeier.
Ein Leser lobt, "dass die großformatigen Fotos so gut sind, dass sie regelrecht angeschaut werden müssen. Der Leser erhält selbst zu komplexen und theoretischen Themen einen menschlichen Zugang. Denn bei KLARER KURS steht der Mensch im Vordergrund. Berichte und Fotos erzählen Geschichten von Menschen."
Nah an den Menschen und nah an den Themen zu sein, über die wir berichten, beides war von Beginn an unsere Absicht. 53° NORD bringt dafür gute Voraussetzungen mit: Wir sind Teil einer Werkstatt. Angesiedelt sind wir in einem Betrieb für Menschen mit psychischen Behinderungen mit über 100 Plätzen. Verlag und Veranstaltungsagentur sind ein Geschäftsfeld der Werkstatt, in dem Menschen mit Behinderung ihre Aufgaben haben: In der Abonnenten- und Teilnehmerverwaltung, in der Rechnungstellung, im täglichen Kundenkontakt.
Auch die berufliche Vorerfahrung der 53°-NORD-Mitarbeiter macht sie zu ausgewiesenen Experten in den Themen der beruflichen Teilhabe.
Hier schildert Verlagsleiter Dieter Basener seine berufliche Entwicklung:
"Ich arbeite seit 1981 in Werkstätten für Behinderte Menschen. Zunächst im ostfriesischen Aurich und Norden, wo ich als Psychologe auch für die Schule für Menschen mit geistiger Behinderung beraten habe, ab 1987 dann bei den Elbe-Werkstätten in Hamburg. Ich wirkte mit an der der Förder- und Entwicklungsplanung, beriet die Gruppenleiter und Sozialpädagogen und leitete Gesprächsgruppen für Werkstattbeschäftigte. Daneben wirkte ich mit an der Konzeption der Hamburger Arbeitsassistenz. Bereits 1989 adaptierte ich dazu den Ansatz der Unterstützten Beschäftigung aus den USA, der in Deutschland erst 20 Jahre später ins Bewusstsein der breiten Fachöffentlichkeit rückte.
Ich war Mitbegründer des Integrationsbetriebs Bergedorfer Impuls und des Vereins EUCREA-Deutschland e.V., einer Organisation, die sich für das Thema Kunst und Behinderung einsetzt. In beiden Vereinen bin ich bis heute Vorstandsmitglied.
Für die Elbe-Werkstätten konzipierte ich u. a. die Projekte "Helfer in der Altenpflege" und "Chance 24", die heute die Basis für einen breit aufgestellten externen Qualifizierungs- und Arbeitsbereich bilden.
Die vielfältigen Erfahrungen und die vielen Kontakte, die ich in meiner nahezu 30-jährigen Tätigkeit aufgebaut habe, gehen ein in das Veranstaltungsprogramm und in das Verlagsprogramm von 53° NORD und in die Themenauswahl von KLARER KURS."
Mit freundlichen Grüßen
53° NORD Agentur und Verlag
Ein Geschäftsbereich der Elbe-Werkstätten GmbH
Behringstraße 16a
22765 Hamburg
Telefon: 040 – 414 37 59 88
Mail: info@53grad-nord.com
Internetpräsenz: www.53grad-nord.com