Übersicht
- Gelebte Inklusion – die Werkstatt für angepasste Arbeit betreibt
den Düsseldorfer Südpark - 53° NORD-Veranstaltungen: Arbeit für Autisten – eine Fachtagung
- Aus dem Angebot des 53° NORD Medienversands
- 53° NORD Service: Nützliche Links
- Georg Paulmichl: Der Vinschgau
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Ende Juni brachte der Verlag 53° NORD gemeinsam mit Dr. Jochen Walter, dem Direktor der Stiftung Pfennigparade, die drei Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaften WfbM, Integrationsfirmen und unterstützte Beschäftigung an einen Tisch. Drei Stunden diskutieren sie ihre Einschätzungen zur UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen und deren Auswirkungen auf die berufliche Teilhabe.
Das Interview Teil einer Veröffentlichung mit dem Titel: Jochen Walter / Dieter Basener (Hrg.): Mitten im Arbeitsleben - Werkstätten auf dem Weg zur Inklusion, das im Herbst im Verlag 53° NORD erscheinen wird.
Anhand von zwölf Praxisbeispielen zeigt das Buch Wege auf, wie Werkstätten sich dem Gedanken der Inklusion öffnen können: Durch Qualifizierung, Vermittlung in den Arbeitsmarkt und Schaffung von Außenarbeitsplätzen, durch die Gründung von Integrationsbetrieben, die Erweiterung des Angebotes auf neue Zielgruppen und durch die konsequente Ausrichtung von Produktionen und Dienstleistungen auf das Gemeinwesen.
Bei dem Round-Table-Gespräch in Frankfurt waren die Teilnehmer sich darüber einig, dass die gesetzlichen Bedingungen der beruflichen Teilhabe sich in naher Zukunft ändern werden und dass eine stärkere Öffnung der Werkstätten unausweichlich ist.
Trotz der Unterschiede in Einzelbewertungen stimmten alle Beteiligten darin überein, dass Werkstätten auch weiterhin eine wichtige Rolle in der beruflichen Teilhabe spielen, wenn auch mit neuen Schwerpunktsetzungen und – möglicherweise – veränderten Personenkreisen.
Eine Kostprobe des Interviews finden die Leser von KLARER KURS in der nächsten Ausgabe des Magazins, die Ende August erscheint.
Anregende Unterhaltung bei der Lektüre dieses Newsletters wünscht Ihnen
Ihr 53° NORD-Team
Gelebte Inklusion – wie eine Werkstatt Barrieren abbaut
"Die Stadt ist täglich unser Gast", kann die Werkstatt für angepasste Arbeit in Düsseldorf mit Fug und Recht sagen, betreibt sie doch mit dem Südpark den schönsten und beliebtesten Park der Stadt. Und das schon seit 23 Jahren.
Das Magazin KLARER KURS hat sich die über 200 Arbeitsplätze der "Betriebsstätte Südpark" angeschaut und berichtet darüber in seiner nächsten Ausgabe.
Hier der Vorabdruck einiger Passagen dieser Reportage:

"Einige nennen mich hier den Geflügelbaron, andere den Eierdieb, weil ich am liebsten die Eier einsammle." Der das sagt, ist Dietrich Lüpke. Er arbeitet auf dem Bauernhof des Düsseldorfer Südparks. Der ein Magneten für Kindergärten, Schulklassen und Familien mit Kindern ist. Dietrich Lüpke ist der Spezialist für´s Federvieh. "Ich kümmere mich um Gänse, Enten und Hühner, miste aus, gebe ihnen Wasser und füttere sie. Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt Angst vor dem Geflügel. Gänse sind ja nicht ganz ungefährlich. Aber heute ist das kein Problem mehr. Ich unterhalte mich gern mit meinen Tieren. Allerdings sind die Gänse immer ziemlich laut, vor allem morgens, wenn ich komme."
Die Hauptattraktion des Hofes sind die altdeutschen Weideschweine. Die Muttersau, ein Schwein von beachtlicher Dimension, hat gerade zwölf Ferkel geworfen. Staunend stehen Kleinkinder vor dem Zaun und schauen dem entspannten Säugen zu. Außerdem gibt es auf diesem Hof Ziegen, Schafe, indische Laufenten, Kaninchen und sogar eine Imkerei zu bewundern. Betriebsstättenleiterin Andrea Schmidt, die Chefin des Südparks, erläutert: "Wir verfolgen hier das Arche-Noah-Prinzip. Bei uns gibt es viele Tiere zu sehen, die vom Aussterben bedroht sind."
Der Bauernhof nimmt nur einen kleinen Teil des 70 Hektar großen Südparkgeländes ein. 1987 fand hier die Bundesgartenschau statt. Die Düsseldorfer Werkstatt bewarb sich um die Anschlusspflege des Geländes und erhielt den Zuschlag. Heute arbeiten in der Betriebsstätte Südpark über 200 Menschen mit Behinderung, im Gartenbau, in der Parkpflege oder Dienstleistungsbereich. Zu den Dienstleistungen zählen neben der Tierhaltung ein Café, ein Hofladen und eine Bäckerei. An die Betriebsstätte angeschlossen sind Garten- und Landschaftsgruppen, die für externe Kunden tätig sind.
Andrea Schmidt hält die Übertragung der Parkpflege an die Werkstatt für eine gute Entscheidung. "Die Stadt", sagt sie, "hat sich eine dauerhafte Komplettlösung mit hoher fachlicher Kompetenz eingekauft. Durch die hohe Zahl der Beschäftigten ist im gesamten Park immer jemand präsent. Werkstattmitarbeiter sind zudem sehr kommunikativ und geben gerne Auskunft. Ihr Stolz auf ihren Park ist unübersehbar." Der Südpark ist die beliebteste Grünanlage der Stadt. Ganz nebenbei bietet er die Chance zum Kontakt mit behinderten Menschen. Der Park ist ein Türöffner für Verständnis und Integration und damit auch ein Aushängeschild für die Werkstatt. Aus eigener Anschauung erleben die Besucher die Leistungsfähigkeit der Werkstattbeschäftigten.
Dietrich Lüpke, der "Geflügelbaron", redet gerne mit den Besuchern. "Ich habe schon Freunde gefunden. Viele kommen ja oft vorbei und manchmal treffe ich mich auch außerhalb mit ihnen, in der Disco, beim Sport oder sonst wo. Für mich ist das hier eine tolle Arbeit. Hier habe ich Bewegung, hier ist meine Freundin und hier fühle ich mich wohl. Es ist wirklich schön hier im Südpark."
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53° NORD-Veranstaltungen: Arbeit für Autisten

20.und 21. Oktober
Arbeitsangebote für Menschen mit Autismus – einen Fachtagung
Ort: Kassel, Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330
Kosten: 290,- € zzgl. 7% MwSt.
Menschen mit frühkindlichem Autismus und hohem Unterstützungsbedarf in eine Werkstatt zu integrieren, stellt die Verantwortlichen vor große Herausforderungen. Einigen Einrichtungen in Deutschland ist es inzwischen gelungen, diese Personengruppe in ihr Arbeitsangebot einzubinden und zwar mittels des in den USA adaptierten TEACCH-Ansatzes. Jede Einrichtung setzt dabei eigene Schwerpunkte.
Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit die Integration gelingt? Welche Voraussetzungen sollten die Mitarbeiter mitbringen? Was ist hinderlich? Und die Perspektiven? Praktiker berichten von ihren Erfahrungen.
Hier geht es zu dieser Veranstaltung und zum kompletten Herbstprogramm von 53° NORD.
Aus dem Angebot des 53° NORD-Medienversands

Holger Wittig-Koppe, Fritz Bremer, Hartwig Hansen (Hg.)
Teilhabe in Zeiten verschärfter Ausgrenzung?
Kritische Beiträge zur Inklusionsdebatte
184 Seiten, ISBN 978-3-940636-10-2
Paranus Verlag Neumünster 2010
Preis: 19,80 € zzgl. Versand
Was ist Inklusion? Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – nämlich dass alle Menschen, so verschieden sie sein mögen, ob beeinträchtigt, behindert oder "normal", dass alle Menschen gleichberechtigt Teilhabende unserer Gesellschaft sein sollen. Wie kann das gehen in Zeiten zunehmender Ausgrenzung?
Die derzeitige Debatte um Inklusion hat durch die "UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung" allerorten Fahrt aufgenommen. Und sie trägt ein Janusgesicht, denn Inklusion wird gerne in Sonntagsreden beschworen, während gleichzeitig unter dem Motto "Eigenverantwortung für alle" Sozialabbau betrieben wird. Und doch gilt es die Chancen dieser Neuorientierung zu nutzen.
Was ist also Inklusion? Eine Zielvorstellung, eine Leitidee, ein Paradigma? Ja.
Keinesfalls ein Zustand, den man erreichen könnte. Wohl auch keine simple Strategie zur Abschaffung von "Sondereinrichtungen" mit
der Folge von Verwahrlosung und Billiglösungen der Betreuung.
Dieses Buch ist die erste kritische Bestandsaufnahme der Debatte und will zur weiteren Diskussion anregen. Die Autorinnen und Autoren greifen das Paradigma Inklusion engagiert auf, verweisen auf erkennbare Gefahren und stellen zugleich zukunftsweisende Fragen. Und sie wollen Inklusion konkret werden lassen, damit das Wort keine Leerformel bleibt.
Hier geht es zur Bestellseite.
Zum kompletten Programm des 53° NORD-Medienversands kommen Sie hier.
53° NORD-Service

Nützliche Links zur beruflichen Teilhabe
Der Familienratgeber ist eine Website der Aktion Mensch. Wie es sich für eine renommierte Organisation gehört, ist die Seite informativ, leicht navigierbar und aktuell.
Gemacht ist sie vor allem für Menschen mit Behinderung und deren Eltern und Angehörige. Menschen mit Lern- und geistiger Behinderung finden eine Version in leichter Sprache vor.
Die Seite liefert Informationen zu alle Lebensphasen und allen Lebensbereichen: Rechtliche Grundlagen, Beratungsstellen, Adressen und Kontakte sowie ein Glossar.

Dazu ein ermutigendes, zum Teil anrührendes Familientagebuch und ein gut besuchtes Forum.
Der Bereich Bildung und Arbeit findet sich in der Rubrik Jugendliche & Erwachsene.
Auch Fachleute können aus den Informationen Nutzen ziehen: Die Angaben sind auf dem neuesten Stand und die Originalbeiträge von Eltern können ihnen helfen, die eigene Arbeit zu erden.
Eine Seite mit regionalen Netzwerken und Regionalpartnern hat noch Luft nach oben...
Wir haben unsere vielfältigen Hinweise auf nützliche Websites aus der Rubrik 53° NORD Service noch einmal für Sie gebündelt und verfügbar gemacht.
Wenn Sie auf der Suche nach Literatur, Projekten, Dokumenten, Glossaren oder anderen Hilfen sind, schauen Sie nach auf der Website von 53° NORD unter www.53grad-nord.com/service_links.html.
Georg Paulmichl über seine Südtiroler Heimatregion,
den Vinschgau


Alle, die am Ende unseres Newsletters auf einen Text von Georg Paulmichl warten, wollen wir nicht enttäuschen.
Vielleicht machen Sie auf Ihrer Urlaubsfahrt nach Italien einmal einen kleinen Abstecher in den Vinschgau und genießen den Reiz dieser vom Obstanbau geprägten Region. Wenn Sie schon einmal da sind, besuchen Sie auch die Gemeinde Prad, den Heimatort des Autors.
Im folgenden Text bringt uns Georg Paulmichl auf seine unnachahmliche Art die nicht immer nur sonnigen Seiten seiner Heimat nahe.
Vinschgau
Der Vinschgau ist rundherum wunderbar.
Uralte Volksgattungen gaben dem Tal früher einen Traditionswert.
Arme Bauern suchten auf den Ackerböden nach Nährwerten.
Die Vinschgauer Wirtschaft wird heutzutage noch gesteuert.
Der Bauernstand und die Handwerker übergeben sich mit wuchtigen Geldzahlungen.
Die Anpflanzungen sind nicht mehr zu bremsen.
Die Dörfer werden nach einschlägigen Beschlüssen regiert.
Die Bürgermeister dirigieren die Entwicklungsstufen.
Prachtvolle Vereinshäuser heben die Volkskultur auf ihren Stand.
Talschaftsbeamte geben in Sitzungen ihre Wertschätze preis.
Im Nationalpark werden Platzhirsche zur Strecke geführt.
Luftkurorte bereichern den Atmungseffekt.
Radio Vinschgau läßt die Hörquoten staunen.
Der Wind pfeift aus allen Nähten durchs Tal.
Im Windschatten halten die Dörfer das Gleichgewicht.
Die Pfarrer entziehen fremden Religionen den Verkündigungsausweis.
Gebirgsketten rasseln über die Talmachenschaften.
Auf den Vinschgauer Straßen hinterlassen die Lenkmanöver Spuren.
Falls Sie Ihren Urlaub schon hinter sich haben, wünscht Ihnen das 53° NORD-Team eine ausgeruhte Rückkehr an Ihren Arbeitsplatz.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team von
53° NORD Agentur und Verlag
Ein Geschäftsbereich der Elbe-Werkstätten GmbH
Behringstraße 16a
22765 Hamburg
Telefon: 040 – 414 37 59 88
Mail: info@53grad-nord.com
Internetpräsenz: www.53grad-nord.com