Übersicht
- Eignungstests: Sortieren wir vor?
- KLARER KURS in der Auslieferung
- 53°-Nord-Veranstaltung: Begleitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt
- NEUES aus der 53°Nord Online-Fachbuchhandlung
- 53° NORD Service: Nützliche Links
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
während das österreichische Bundesland Vorarlberg uns vormacht, mit welch einfachen Mitteln sich Selbstbestimmung und Wahlfreiheit in der beruflichen Teilhabe verwirklichen lassen, streiten wir in der Bundesrepublik weiter über Integration und Inklusion.
Noch ist dabei offen, ob das zu einer Öffnung in der Integrations-/Inklusionspolitik führen wird. Denn bisher führen Ansätze wie das Persönliche Budget aufs Nebengleis und die Unterstützte Beschäftigung erweist sich lediglich als Mittel gegen "Fehlplatzierung".
Statt Trial-und-Error-Verfahren machten die Vorarlberger Nägel mit Köpfen und organisierten den Übergang Schule – Beruf neu, entwickelten pfiffige Erweiterungen für das Supported-Employment-Konzept und etablierten den Zugang zum Arbeitsmarkt als gleichrangige Möglichkeit: Dank des Integrationsfachdienstes Spagat finden mittlerweile 70 Prozent aller Schulabgänger eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Noch einmal: 70 Prozent.
In Deutschland liegt der Übergang aus den Werkstätten auf den Arbeitsmarkt derzeit bei 0,1 Prozent im Jahr. Optimisten träumen von einer Verzehnfachung...
Was aber unterscheidet uns von Vorarlberg? Die behinderten Menschen und die Betriebe sind es sicher nicht. Sind wir gedanklich zu festgefahren, zu sehr reglementiert? Sind die Einrichtungsinteressen zu stark? Trauen wir dem Inklusionsgedanken nicht? Fehlt uns die Vorstellungskraft und der Mut, etwas Neues zu wagen?
Diskutieren Sie mit uns: 53° Nord veranstaltet zu diesem Thema, der Begleitung von Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt, einen Open-Space-Kongress in Berlin, Termin: 27. bis 29. Oktober 2010. Er steht unter dem Motto: Voneinander lernen und sich vernetzen.
Mehr dazu weiter unten oder hier.
Wir wünschen gute Unterhaltung bei der Lektüre dieses Newsletters.
Ihr 53° NORD-Team
Eignungstests: Sortieren wir vor?
Eignungstests sollen helfen, Menschen mit und ohne Behinderung besser zu verorten und beispielsweise ihre berufliche Eignung herauszufinden. Es gibt Anwender, die schwören auf ihre Tests, und Kritiker, die, provokant formuliert, in ihnen nur zusätzliche Zugangsbarrieren und Entwicklungshemmer sehen.
Unbenommen, dass man für manche Jobs bestimmte Voraussetzungen und anderswo spezielle Anforderungsprofile erfüllen muss. Aber eignen sich diese Tests wirklich, um die Berufswahl eines jungen Menschen festzulegen? Hängt die berufliche Entwicklungsfähigkeit nicht auch an der Frage, wie stark beispielsweise das Umfeld die Testperson im Alltag zu fördern vermag? Werden potentielle Entwicklungsmöglichkeiten also im Vorfeld bereits durch den Test ausgeschlossen? Bei der Beurteilung von Testergebnissen sind nicht nur Fehlinterpretationen von unzureichend geschultem Personal denkbar.
Vor allem ist die Frage erlaubt, ob denn die Auswertung der Resultate nicht entscheidend vom (subjektiven) Blick des Diagnostikers geprägt ist. Ihm bleibt schließlich überlassen, welche Konsequenzen er aus den Testergebnissen und Beobachtungen ableitet und als Entscheidung dann weitergibt. Die potentiellen Entwicklungen eines Probanden in einem fördernden Umfeld kann aber kein Test voraussagen. "Darf man dann Berufswahl-Vorgaben so eng formulieren?", werfen die Kritiker ein.
KLARER KURS fragte bei den Entwicklern des hamet-Tests im BBW in Waiblingen nach: "Unser Test hamet ermöglicht eine Standortbestimmung und vergleicht die Einzelperson mit einer großen Gruppe von Getesteten. Das Ergebnis zeigt: Wo ist jemand besonders gut? Wo hat er größere Defizite? Daraus lassen sich Chancen für die Berufswahl ableiten oder Erklärungen dafür finden, weshalb jemand gescheitert ist." Aber: Eine direkte Berufsempfehlung lediglich auf Grund der Testergebnisse halten die Entwickler jedoch für wenig sinnvoll. "Unsere Ergebnisse bringen Anhaltspunkte zu den handwerklichen und motorischen Fähigkeiten eines Menschen. Die muss man in den Gesamtkontext einordnen, das Interesse und die Motivation der Person berücksichtigen. Erst aus allen Faktoren lässt sich eine Empfehlung ableiten." Also: eine Empfehlung. Denn: "Die Verantwortung des Diagnostikers liegt darin, keine Kurzschlüsse abzuleiten." Tests sind Werkzeuge, die nur sorgfältig benutzt zum Ziel führen: nämlich den Teilnehmer erfolgreich zu fördern, ihn nicht zu über-, aber auch nicht zu unterfordern. Tests, richtig angewendet und interpretiert, helfen bei der Suche. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Den kompletten Artikel zum hamet- und hamet-2-Test finden Sie in der neuen Ausgabe unseres Magazins KLARER KURS.
KLARER KURS: DIE NEUE AUSGABE 3/2010

Das Magazin ist ab dem 20. August in der Auslieferung!
Informationen für ein Abonnement von KLARER KURS finden Sie auf unserer Abo-Seite.
53° NORD-VERANSTALTUNGEN

27. bis 29. Oktober 2010
Begleitung von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt: Voneinander lernen und sich vernetzen
Ein Open-Space-Kongress
Ort: Heilandskirche, Berlin-Moabit
Kosten: € 325,- zzgl. 7 % MwSt.
Der Kongress bringt erstmalig Vertreter aller Institutionen, die an diesem Thema arbeiten, zusammen. Er erarbeitet Schnittmengen, übergreifende Fragestellungen und Lösungsansätze und initiiert langfristige Zusammenarbeit in Netzwerken.
Zielgruppe: Werkstätten, Integrationsfachdienste, Träger von DIA-AM und Unterstützter Beschäftigung, Berufsförderungswerke, Berufsbildungswerke, Arbeitsagenturen, Integrationsämter
Weiterführende Informationen finden Sie hier.
Hier geht es zur Anmeldung
Hier finden Sie unser komplettes Herbstprogramm.
Neues aus der 53° ONLINE-FACHBUCHHANDLUNG

Julia Fischer, Anne Ott, Fabian Schwarz (Hg.)
Mehr vom Leben
Frauen und Männer mit Behinderung erzählen
279 Seiten, balance buch + medien verlag, Bonn 2010
Preis: 14,95 € zzgl. Versand
Wie leben Menschen mit Behinderung? Wie erleben sie ihr Frau-Sein, ihr Mann-Sein, ihre Geschlechtlichkeit, was bedeuten ihnen Lust und Liebe?
Um das herauszufinden, starteten Aktion Mensch und der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. einen Wettbewerb: Menschen mit Behinderung sollten Geschichten über ihr Leben schreiben oder aufschreiben lassen und einsenden.
Ein Teil der über 300 eingereichten Geschichten fand den Weg in den vorliegenden Band: Menschen mit Behinderungen erzählen, wie sie ihr Leben meistern, wie sie Geringschätzung und Verletzungen ausgesetzt waren. Und wie sie sich vielleicht doch durchgesetzt, in jedem Fall aber – mühsam, zaghaft oder energisch – gelernt haben, sich zu behaupten, für die Erfüllung ihrer Wünsche und Bedürfnisse zu kämpfen.
Manchmal lakonisch, manchmal selbstironisch, humorvoll und manchmal auch traurig: berührende Geschichten.
Weitere Informationen und Bestellung hier.
Zum kompletten Programm des 53° NORD-Medienversands kommen Sie hier.
53° NORD-Service

Nützliche Links zur beruflichen Teilhabe
socialnet ist eine Website für Fachinformationen aus Sozialwirtschaft und Nonprofit-Management und bietet neben reichlich Fachwissen auch Dienstleistungen an.
Unter Fachwissen finden die Nutzer ein Branchenbuch, das eine fundierte Übersicht über soziale Einrichtungen, Behörden und Fachinformationen enthält, eine reichhaltige Materialiensammlung mit Fachbeiträgen zu Sozialer Arbeit und regelmäßig erscheinende Rezensionen. Viele Angebote rund um Internet und Wissensmanagement stehen unter dem Menüpunkt Dienstleistungen.
Neben Beratungsangeboten für Werbung, Webdesign und Intranet findet sich auch ein Stellenmarkt. Fazit: Leicht zu navigieren, viele interessante Informationen.
Der Bundesverband autismus Deutschland e.V. vertritt als Elternselbsthilfeverband die Interessen von Menschen mit Autismus und ihrer Angehörigen.
Er betreibt umfassende Aufklärung über das autistische Syndrom und die vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, veranstaltet Kongresse und Fachtagungen und gibt Bücher sowie Broschüren heraus.
Außerdem fördert er Einrichtungen und Maßnahmen, die eine wirksame Hilfe für Menschen mit Autismus bedeuten.
Schlicht der Newsticker zu den Themen Behinderung und Alter! Gibt Medientipps, listet Veranstaltungstermine.
Neueste Veröffentlichungen bestellt man per RSS. Die Seite verfügt über ein Nachrichten-Archiv, und kobinet twittert.
Fazit: unverzichtbar
Herzliche Grüße aus Hamburg
Ihr Team von
53° NORD Agentur und Verlag
Ein Geschäftsbereich der Elbe-Werkstätten GmbH
Behringstraße 16a
22765 Hamburg
Telefon: 040 – 414 37 59 88
Mail: info@53grad-nord.com
Internetpräsenz: www.53grad-nord.com