Was treibt Sie an?

Übersicht

Was treibt Sie an? Sechs Akteure der beruflichen Teilhabe geben Auskunft
53° NORD-Veranstaltungen: Besuch beim Kunstatelier der Lebenshilfe Braunschweig
KLARER KURS – die neue Ausgabe
Aus dem Angebot des 53° NORD Medienversands
53° NORD Service: Nützliche Links
Georg Paulmichl: Der Campingplatz

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit Hochdruck arbeitet das 53° NORD-Team derzeit an der neuen Ausgabe des Magazins KLARER KURS. Es wird wieder angefüllt sein mit attraktiven Themen aus den Bereichen Bildung, Arbeit und Entwicklung.

Nicht weniger als sieben Reportagen erwarten unsere Leser, informativ und kontrovers, anrührend und anregend. Und wie immer opulent illustriert mit den Bildern des Fotografen Axel Nordmeier und professionell gestaltet von unserem Grafiker Dietmar Meyer.

Im Mittelpunkt des Heftes steht der Bericht über die - für deutsche Verhältnisse unglaublichen – Erfolge des Voralberger Integrationsfachdienstes Spagat, der 70% der werkstattberechtigten Schulabgänger in ortsüblich entlohnte Arbeitsverhältnisse vermittelt.

Erscheinungsdatum des neuen Heftes ist der 20. August. Einen Vorgeschmack finden Sie in diesem Newsletter.

Übrigens: Einige von Ihnen haben sicher in der Vergangenheit schon einmal vergeblich versucht, unsere Newsletter auszudrucken oder zu versenden. Wir haben deshalb nachgerüstet. Mit einem Klick oberhalb der Inhaltsübersicht können Sie die Datei in einer PDF-Version öffnen, die sich zum Ausdruck oder Versand eignet.

Anregende Unterhaltung wünscht Ihnen

Ihr 53° NORD-Team

 

Was treibt Sie an? Sechs Akteure der beruflichen Teilhabe geben Auskunft.

Foto Andrea Schmidt

Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich schon einmal gefragt, was Ihre Zielsetzung in Ihrer Arbeit mit behinderten Menschen ist?

Was wollen Sie erreichen? Was sind die Beweggründe Ihres Handelns? Sind es eher individuelle und praktische Ziele oder ist es die Erfüllung gesellschaftlicher Ideale?

Wir haben Menschen aus sehr unterschiedlichen Einrichtungen befragt, was sie antreibt. Hier die Antworten:

"Meine Zielsetzung für die Mitarbeiter: Ich will ihre Integration in die Öffentlichkeit herstellen. An unseren Arbeitsplätzen stehen wir in direktem Austausch mit der Bevölkerung. Das ist etwas sehr Wertvolles für beide Seiten, ein Stück Normalität in einer sehr ursprünglicher Art. Neben den vielen sozialen Kontakten in der Werkstatt gibt es hier noch ein zweites Intregrationsfeld."
Andrea Schmidt, Betriebsstättenleiterin Garten- und Landschaftsbau der Werkstatt für angepasste Arbeit, Düsseldorf

 

"Meine Kollegen und ich wollen Wahlfreiheit auch für Menschen mit schweren Handicaps schaffen. Unser Ziel heißt Inklusion. Wir wollen gemeinsam mit den Betroffenen gestalten und anderen Mut machen. Die Zukunft erwartet man nicht, man geht ihr entgegen."
Birgit Werle, Integrationsdienst IfS-Spagat in Vorarlberg, Österreich

 

"Mein Ziel ist es, dass behinderte Menschen in der Öffentlichkeit als gleichwertige Bürger wahrgenommen werden. Deshalb müssen wir die Werkstatt öffnen und in den Sozialraum, in die Gemeinde hineingehen."
Friedrich Haselberger, LWV.Eingliederungshilfe Rappertshofen-Reutlingen

 

"Ich will, dass unsere Mitarbeiter und Teilnehmer nicht wieder ins Krankenhaus kommen und als krank eingestuft werden müssen. Ich möchte Normalität herstellen und ihnen durch eine Tätigkeit im Sozialbereich soziales Lernen ermöglichen."
Elizabeth Harz-Maaß, Gründerin des Sozialen Hilfsdiensts Weiße Feder, München

 

"Ich will Menschen eine Chance geben, denen sonst niemand eine Chance gibt. Ich bin davon überzeugt, dass sich für jeden eine geeignete Tätigkeit finden lässt. Und ich sehe, wie sie aufblühen, wie sie wachsen und sich entwickeln. Für mich steht der Mensch im Vordergrund, die Krankheit ist sekundär. Außerdem möchte ich in der Bevölkerung Aufklärung über das Thema psychische Erkrankung leisten."
Amöna Boyde, Sozialer Hilfdienst Weiße Feder, München

 

"Ich möchte jemanden zu dem verhelfen, was für ihn in Ausbildung und Arbeit derzeit möglich ist. Im Entwicklungsprozess springen wir auf die fahrende Straßenbahn auf, begleiten jemanden zwei bis drei Jahre und springen wieder ab. Was in der Zeit passiert, können wir positiv beeinflussen. Danach gibt es immer einen nächsten Schritt."
Herbert Huber, BBB Waiblingen, Entwickler für die hamet-Testverfahren

 

53° NORD-Veranstaltungen:
Besuch beim Kunstatelier der Braunschweiger Lebenshilfe

Foto Website Kunstatelier Lebenshilfe Braunschweig

Ein werkstatteigenes Kunstatelier gewinnt sehr schnell einen wichtigen Stellenwert in der Außendarstellung einer WfbM.

Voraussetzung: Die Atelierarbeit muss professionell angelegt sein und die künstlerische Arbeit sollte sich mit der regionalen Kunst- und Kulturszene vernetzen.

Firmenpartnerschaften und vielfältige Berichte in den Medien sind dann nur noch eine Frage der Zeit.

Die Braunschweiger Lebenshilfe geht diesen Weg seit 20 Jahren und unterhält eines der mittlerweile erfolgreichsten und profiliertesten Ateliers in der Republik.

Die Teilnehmer dieses Lokaltermins können sich ein eigenes Bild machen von den Bedingungen und der Arbeitsweise der Künstler, von den Themen und den Aufträgen, von der Präsentation und der Vermarktung, von den Kooperationen und Aktionen, von der Öffentlichkeitsarbeit und der Medienpräsenz und vor allem von den künstlerischen Entwicklungen der Maler.

 

07. Oktober 2010
Lokaltermin: Kunstateliers und ihre Vernetzung in der Region
Ort: Braunschweig
Kosten: 90,- € zzgl. MwSt

 

Hier geht es zu dieser Veranstaltung und zum kompletten Herbstprogramm von 53° NORD.

 

KLARER KURS – Aus der neuen Ausgabe

Foto Pfefferbett-Hostel

Sie suche in diesen Sommermonaten noch eine Unterkunft in Berlin?

Wir haben da einen Tip für Sie: Das Pfefferbett-Hostel, mitten im Szene-Stadtteil Prenzlauer Berg gelegen und dennoch erstaunlich ruhig.

Eine günstige Bleibe nicht nur für jugendliche Berlin-Besucher. Und ein Integrationsbetrieb, der 15 Menschen mit Behinderung beschäftigt.

KLARER KURS-Redakteur Dieter Basener hat das Hostel besucht. Hier - in Auszügen – sein Bericht:

"Schön, dass du da bist. Fühl dich bei uns ganz wie zuhause." Wort- und gestenreich umsorgt Oscar, der Empfangschef des Pfefferbett Hostels, seine Kunden und gibt jedem Neuankömmling das Gefühl, ihn schon seit Ewigkeiten zu kennen. Oscars Empfang ist genau das richtige Entree für dieses Jugendhotel mit dem Namen Pfefferbett.

"Für das junge Architektenteam war der Umbau eines historischen Gebäudes eine Herausforderung", berichtet Geschäftsführer Johannes Migura. "Dies ist das alte Gärhaus der Pfefferberg-Brauerei. In der Lobby sind noch die sechs Meter hohen gemauerten Kappendecken zu sehen."

Die Architekten entschieden sich für ein schlichtes und funktionales Ambiente. Der Grundgedanke: Der historische Charakter sollte herausgearbeitet werden. Gleichzeitig soll das Ambiente dem jugendlichen Publikum entsprechen. Die Gestaltung ist trendy, versprüht viel Charme. Mit 180 Betten bleibt das Haus überschaubar, wirkt klein und intim.

35 Mitarbeiter arbeiten hier, 40 Prozent von ihnen sind Menschen mit Behinderung. Sie sind in allen Bereichen tätig, im Housekeeping, Haustechnik, an der Rezeption, im Service und im Back Office.

Der Zielgruppe entsprechend verfügt das Hostel neben Einzel- und Doppelzimmern über Schlafsäle mit vier bis acht Betten. Die Übernachtung im Achtbett-Zimmer kostet im günstigsten Fall nur 12 Euro pro Person, hinzu kommt das Frühstück in Büffetform mit einheitlichen vier Euro.

Schon nach einer Nacht hat der Gast das Pfefferbett ins Herz geschlossen, auch oder vielleicht gerade deshalb, weil noch nicht alles perfekt ist. "Wir sind immer noch nicht ganz fertig", gesteht Geschäftsführer Johannes Migura, "aber wir arbeiten dran."

Und als Oscar beim Auschecken fragt: "Wann sehen wir Dich wieder?" wird mir beinah etwas wehmütig ums Herz. "Du weißt ja", gibt er mir noch mit auf den Weg, "dies ist das tollste Hotel im tollsten Stadtteil in der tollsten Stadt der Welt."

Ganz unrecht hast Du nicht, Oscar. Ach ja, geschlafen hab ich auch sehr gut...

 

Informationen für ein Abonnement von KLARER KURS finden Sie auf unsere Abo-Seite.

 

Aus dem Angebot des 53° NORD-Medienversands

Logo Buchcover

Georg Theunissen, Empowerment und Inklusion behinderter Menschen

Eine Einführung in Heilpädagogik und Soziale Arbeit

2. Auflage 2009
478 Seiten
ISBN 978-3-7841-1871-0
Lambertus-Verlag

 

Die Behindertenarbeit befindet sich derzeit in einem hochdynamischen Umbruch:

Ging es bisher um Normalisierung und Integration, so ist heute von Empowerment, Selbstbestimmung und Inklusion die Rede. Von Selbst-Bemächtigung, Selbstvertretung, Teilhabe und Anerkennung behinderter Menschen als Bürger unserer Gesellschaft.

Das Buch greift diese Entwicklung auf, die auf unterschiedlichsten Handlungsebenen Fuß gefasst hat. Empowerment repräsentiert hierzu die Stimme der Betroffenen und gilt als der zentrale Wegweiser zeitgemäßer Behindertenarbeit.

Empowerment steht für ein Konzept, das Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen als "Experten in eigener Sache" ernst nimmt. Damit hat eine Revolution stattgefunden, mit der sich jeder, der in der Behindertenarbeit tätig ist, beschäftigen sollte.

Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Begriffe Empowerment und Inklusion in Gefahr stehen, zu Modebegriffen zu werden, die von neoliberalen Strömungen instrumentalisiert und missbraucht werden könnten.

 

Dieses Buch und das komplette Programm des Medienversands von 53° NORD finden Sie hier.

 

53° NORD-Service

Foto

Nützliche Links zur beruflichen Teilhabe

Wir haben die vielfältigen Hinweise auf nützliche Websites aus der Rubrik 53° NORD Service für Sie noch einmal gebündelt und verfügbar gemacht.

Wenn Sie auf der Suche nach Literatur, Projekten, Dokumenten, Glossaren oder anderen Hilfen sind, schauen Sie nach auf der Website von 53° NORD unter www.53grad-nord.com/service_links.html.

Achtung: Beim Klick auf die Begriffe öffnet sich unsere Besprechung der jeweiligen Seite.

 
Foto Georg Paulmichl

Als Zugabe noch der Hinweis auf unsere aktuelle Lieblingsseite. Sie finden Sie unter www.georgpaulmichl.com

Und weil´s so gut zu den derzeitigen Temperaturen passt, hier mal wieder ein Originaltext des Vinschgauer Autors:

 

Der Campingplatz

Der Campingplatz ist eine Heimstätte
für ermüdete deutsche Glieder.
Mit Zeltplane und Schlaffuhrwerk suchen die
Touristen die Genesung vom Ölschock.
Ein bißchen abspannen tut gut für die Denkpause.
Auf dem Campingplatz lernt der Mensch die Natur
kennen, die Eichhörnchen, die Insektenwirrnis,
den Fliegenpilz und den Gaskocher.
Im Liegestuhl wird der Hintern zur Strecke
gebracht. Auf dem Zeltplatz legt das deutsche Mundwerk
den Schnattergang ein. Beim Lagerfeuer erzählen
die Urlaubsveteranen vom lustigen Alltagsstress.
Grölgesänge sind verboten,
weil sonst die Erholung kippt.
Auch die Pudelhunde müssen auf dem Zeltplatz
den richtigen Stuhlgang beachten.
Die nackten Muskelklöße werden vor der
Sonne aufgetischt. Jeder will,
dass die Haut die richtige
Farbe bekennt. Der Landeshauptmann
geht nicht auf den Campingplatz, weil ihn
die Wählerschicht stört.

 

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer – auch außerhalb des Campingplatzes.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von
53° NORD Agentur und Verlag

Ein Geschäftsbereich der Elbe-Werkstätten GmbH

Behringstraße 16a
22765 Hamburg
Telefon: 040 – 414 37 59 88

Mail: info@53grad-nord.com
Internetpräsenz: www.53grad-nord.com