Übersicht
In bester Gesellschaft
Medienversand: KuKuK wieder lieferbar
53° NORD Veranstaltung
Anfrage: Englischunterricht für Menschen mit geistiger Behinderung
Offener Brief an zwei Werkstattbeschäftigte
Liebe Leserinnen und Leser,

53° NORD steht für Informationen rund um die berufliche Teilhabe, für Innovation und Entwicklung, für Anregungen und Praxishilfen und für die Reflexion unserer Arbeit mit behinderten Menschen. Diese Ausrichtung spiegelt sich in unseren Veranstaltungen, unseren Buchveröffentlichungen und in unserem Magazin KLARER KURS – und in unserem Newsletter, der Sie regelmäßig erreicht. Er will sie informieren, Ihnen Praxishilfen bieten und Sie dabei noch ein wenig unterhalten.
Viel Vergnügen bei der Lektüre der neuen Ausgabe.
Ihr 53° NORD-Team
In bester Gesellschaft
Außenstehende bedauern uns, die wir in der Behindertenarbeit tätig sind, oft für unsere schwere Arbeit. "Anerkennenswert", ist da oft zu hören,"aber ich könnte das nicht."
Dabei ist unsere Erfahrung in der Regel eine ganz andere. Insbesondere der Umgang mit geistig behinderten Menschen ist anders, als dies unsere Umwelt glaubt. Dies liegt an ihrer Unverfälschtheit, ihrer Natürlichkeit, ihrer Herzlichkeit, mit der sie ihren Mitmenschen begegnen. Menschen mit geistiger Behinderung können ihre Stimmungen, ihre Meinungen und ihre Absichten nicht so leicht hinter einer Fassade verstecken. Ihre Reaktionen sind spontan und direkt und dabei erweisen sie sich in der Regel als sensibel im Umgang mit anderen.
Und noch etwas zeichnet sie aus: Ihre Unangepasstheit an die Normen unserer Gesellschaft lässt sie im positiven Sinne "unnormiert" erscheinen, bewahrt ihnen ihre Ursprünglichkeit und Originalität. Auch darin unterscheiden sie sich von den oft überangepassten "Nichtbehinderten".
Leider sind wir in unserer Arbeit häufig zu sehr bemüht, die Beschäftigten an unsere Normalität anzupassen, dafür zu sorgen, dass sie Leistungen erbringen und sich in eine Richtung entwickeln, die uns wichtig erscheint. Viel zu sehr sind wir die Handelnden, diejenigen, die die Entwicklungsrichtung vorgeben. Ich wünsche mir, dass wir unsere Sichtweise ändern. Wir sollten sensibler werden für den "inneren Reichtum", für die Besonderheiten und Stärken. Wir sollten ihnen dabei helfen, dass sie selbst diese Stärken entdecken und dass sie sie weiterentwickeln.
Und wir können durch sie viel von dem (wieder-)erlernen, was wir in unserer eigenen Anpassung an die "Normalität" der Gesellschaft verloren haben: Originalität, Phantasie, "verrückte", d.h. ungewöhnliche Sichtweisen. Und dazu emotionale und soziale Fähigkeiten. Eine solche Veränderung in der Betrachtungsweise geistiger Behinderung brächte in unser Verhältnis mehr Gleichberechtigung, stärkere Anerkennung und Achtung ihrer Person.
Es wäre allerdings falsch, behinderte Menschen zu Idealwesen zu stilisieren. Jeder von ihnen ist ein Individuum – hat seine Stärken und seine Schwächen, hat auch schwierige und manchmal sehr anstrengende Seiten. Darin unterscheiden sie sich eben nicht von anderen Menschen. Aber geistig behinderte Menschen können, wenn man sie nicht vor allem als entwicklungsbedürftige und damit "unvollständige" Personen betrachtet, unser Leben bereichern und unseren Umgang miteinander verändern. Unsere Einrichtungen sind ein Ort zum Wohlfühlen. Hier sind wir, vielleicht anders als üblicherweise gemeint, aber in einem tieferen Sinn, "in bester Gesellschaft".
Dieter Basener
Medienversand: KuKuK wieder da!
"Ich hab’ den Vogel noch nicht gehört", werden Sie bei dieser Überschrift vielleicht denken, "kommt der nicht erst in vier Wochen?" Dieser KuKuK ist schneller als sein gefiederter Namensvetter, obwohl viele ihn bereits viel früher herbeigesehnt haben.
"KuKuK" ist die Bezeichnung für eine Materialiensammlung der Hamburger Arbeitsassistenz zum Thema Schlüsselqualifikationen, das von der Jury der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Bildungspreis 2006 ausgezeichnet wurde. Das Kürzel KuKuK steht für "Kommunikation und Konfliktbewältigung und Kooperation".
Die lang erwartete Neuauflage enthält eine Vertiefung des Moduls "Kommunikation", und zwar zum Thema "Arbeiten im Kundenkontakt".
Alle Themen sind in einzelnen Heften vorgestellt und umfassen Arbeitsblätter und Methoden. Ferner enthält der Schuber ein Themenheft "Grundlagen".
Die Neuauflage von KuKuK kostet € 58,-.
Alle, die KuKuk bei uns bereits bestellt haben, bekommen die Materialsammlung in den nächsten Tagen zugeschickt.
Alle anderen kommen mit diesem Link zu unserer Bestellseite.
Der 53° NORD Medienversand ist die bundesweit einzige Fachbuchhandlung für die berufliche Teilhabe. Er bietet Ihnen ausgewählte Grundlagenwerke und Praxishilfen aus Buchverlagen, aber auch schwer zugängliche Titel aus Institutionen oder Werkstätten. Das komplette Programm finden Sie hier.
53° NORD Veranstaltungen

19. bis 21. Mai 2010 in Hamburg
Arbeiten, wo andere auch arbeiten
Externe Berufsbildung, Außenarbeitsplätze, unterstützte Beschäftigung
Fachtagung und Fortbildung
Die Schaffung von Außenarbeitsplätzen und Außenarbeitsgruppen ist seit 2008 gesetzlicher Auftrag der Werkstätten. Durch die Inhalte der UN-Konvention sind Werkstätten zusätzlich gefordert, mehr Personen ihres Klientels auf den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren – die externe Berufsbildung ist hierfür ein wichtiges Sprungbrett.
Auch aus dem Instrumentarium der Unterstützten Beschäftigung lassen sich Vorgehensweisen und Methoden ableiten. An den 2,5 Tagen beschäftigen wir uns mit folgenden Themen:
- Externe Berufsbildung (Lehr- und Lernmethoden in Theorie und Praxis, Akquise von externen Plätzen)
- Außenarbeitsplätze (Methoden der Arbeitsbegleitung, Akquise)
- Gewinnung von Paten und Mentoren
- Aufbau, Organisation und Stellenwert des externen Bereiches innerhalb der WfbM
- Erfolgreich auf den Arbeitsmarkt vermitteln
- Die besondere Rolle des JobCoaches Unterstützte Beschäftigung
Zielgruppe: Fachkräfte, die in das Themengebiet neu einsteigen und diejenigen, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben
Kosten: € 340,- zzgl. 7 % Mwst.
Das Tagungsprogramm finden Sie hier. Und das Anmeldeformular hier.
Englischunterricht für Menschen mit geistiger Behinderung

Mike Gibson leitet bei den Barmherzigen Brüdern in Gremsdorf einen englischsprachigen Unterricht für Erwachsene mit einer geistigen Behinderung.
Zum Austausch von Anregungen und Erfahrungen sucht er Englischdozenten, die denselben Personenkreis (Erwachsene oder Kinder) unterrichten.
Hier seine Kontaktdaten: Mike Gibson, Barmherzige Brüder Gremsdorf, Benedikt-Menni-Werkstatt, Eustachius-Kugler-Straße 1, 91350 Gremsdorf, Telefon: 09193-7485, Mail: mikegibson@web.de.
Brief an zwei Werkstattbeschäftigte
Lieber Udo, liebe Martina,
in unserem Gespräch neulich habt Ihr Euch darüber beschwert, dass Ihr als ‚Behinderte’ bezeichnet werdet: "Gegenüber Behinderten haben die Leute immer Vorurteile. ‚Die sind bekloppt’, sagen sie, ‚die können doch nichts. Die können nicht mal lesen. Mit denen wollen wir nichts zu tun haben.’" Und Ihr habt verlangt, dass die Werkstatt das Wort "Behinderung" nicht mehr benutzt.
Ich habe, glaube ich, verstanden, was Ihr meint. Schließlich hat jeder von uns Stärken und Schwächen, aber niemand möchte, dass ihm aufgrund einer Unzulänglichkeit die Achtung und der Respekt verweigert werden. Aber das genau passiert leider fast immer, wenn jemand über einen anderen sagt: "Der ist ja geistig behindert." Dieses Wort scheint ein Trennstrich zu sein zwischen den „Normalen“ und denen, die "anders" sind. Kein Wunder, dass Euch der Begriffe verhasst ist.
Ich weiß allerdings nicht, ob man für das Wort ‚Behinderung’ einen besseren Begriff finden kann. Manche versuchen es mit dem Wort, "Menschen mit Lernschwierigkeiten". Ich glaube aber, dass das auch nicht viel nützt. Viele Menschen brauchen jemanden, auf den sie herabsehen, manche haben einfach Angst vor dem, was sie nicht kennen und manche hassen es, selber nicht perfekt zu sein und lassen ihre Unzufriedenheit an anderen aus.
Ich möchte Euch ermuntern: Schließt Euch nicht von anderen Menschen aus. Geht auf sie zu, gebt ihnen die Möglichkeit, Euch kennen zu lernen. Denn wenn sie Euch kennen, wird in den meisten Fällen das Vorurteil ganz von selbst verschwinden. Vielleicht versucht Ihr es einfach.
Es grüßt Euch herzlich
Dieter Basener
Das Team vom 53. Breitengrad wünscht allen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!
53° NORD Agentur und Verlag
Ein Geschäftsbereich der Elbe-Werkstätten GmbH
Behringstraße 16a
22765 Hamburg
Telefon: 040 – 414 37 59 88
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