Streit um
Werkstättenmesse

Wenn unsere E-Mail bei Ihnen nicht richtig dargestellt wird, klicken Sie bitte hier.

Möchten Sie den Newsletter zum Ausdrucken und Versenden als PDF Dokument speichern, dann klicken Sie bitte hier.

 

Übersicht

  1. Streit um Werkstättenmesse
  2. Gelungenes Fachvortragsprogramm – misslungene Diskussionsveranstaltung
  3. Zukunftsstrategie des Vorstands der BAG:WfbM
  4. Bildungspreisträger 2011 bei 53° NORD-Veranstaltung
  5. 53° NORD-Service Links
  6. Abo KLARER KURS – warum es lohnt
  7. Zu guter Letzt: Georg Paulmichl

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Im Mittelpunkt dieses Newsletters steht eine Nachlese zur Werkstättenmesse vom 17. - 20.3. in Nürnberg.

Wir berichten über:

  • den Streit um die Touristengruppen aus Schulen und Werkstätten
  • das gelungene Fachvortragsprogramm, den munteren Eröffnungstalk und eine enttäuschende Diskussionsveranstaltung
  • das neu vorgestellte Strategiepapier des BAG-Vorstands
  • den Bildungspreisträger 2011 und seine Vorstellung bei 53° NORD

Dazu stellen wir Ihnen einen nützlichen Link des Bundesbehindertenbeauftragten vor und es erwartet Sie zum Schluss, wie immer, ein Text von Georg Paulmichl.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team von 53° NORD

 

Streit um die Werkstättenmesse

NürnbergmesseFoto: Nürnbergmesse

Größer, voller, professioneller. Seit die Werkstättenmesse in Nürnberg angesiedelt ist, sind diese Steigerungen in jeder Auswertung zu finden.

Spannungsfrei verläuft die Veranstaltung dennoch nicht:

Die Eigenprodukthersteller beklagten den um sich greifenden Tourismus ganzer Werkstattarbeitsgruppen und Schulklassen. Insbesondere am ersten Messetag, der den Fachbesuchern vorbehalten ist, beeinträchtigen sie nach Aussagen der Aussteller in erheblichem Maße die Verkaufsgespräche.

Vorwürfe der Behindertenfeindlichkeit gegen die Klageführenden erscheinen fehlangebracht. Es geht nicht um Ausschluss von Menschen mit Behinderung, sondern um eine zeitliche Trennung von Facheinkäufern und Konsumenten, wie sie aus guten Gründen auf jeder Messe üblich ist. Die Facheinkäufer - so die Beobachtung - decken sich zunehmend auf den Spezialmessen ein, die Werkstättenmesse verliert für sie an Bedeutung.

Werkstätten mit Eigenprodukten geraten in Zugzwang. Zur Wahrung ihrer Interessen haben sich einige von ihnen zu einer Werbegemeinschaft zusammengeschlossen, um mit den Verantwortlichen aus BAG und Messegesellschaft nach Lösungen zu suchen. Die meisten Besucher sind sich einig: Ohne die Präsentation der WfbM-Eigenprodukte würde die Messe von Softwarehäusern und Unternehmensberatern dominiert. Der Reiz wäre verloren - insbesondere für das breite Publikum, an das sich die Messe am Wochenende richtet.

 

Gelungenes Fachvortragsprogramm - misslungene Diskussionsveranstaltung

Haderthauer auf der Werkstättenmesse Quelee BAG WfbMFoto: BAG WfbM

Neben ihrer Funktion als Leistungsschau ist die Werkstättenmesse mit dem breiten Fachvortragsprogramm längst auch ein Ort für Information und Austausch geworden. Das Programm war in diesem Jahr so gut angenommen wie nie und es umfasste alle Aspekte der Werkstattarbeit. Auch die beliebte Eröffnungsveranstaltung gewann durch eine neue Form: Die Referenten wie Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer, Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und der BAG-Vorsitzende Günter Mosen wurden in einen unterhaltsamen Talk eingebunden.

Weniger gelungen war dagegen die Podiumsdiskussion um das neue Strategiekonzept des BAG-Vorstands. Es trägt den Titel "Maßarbeit – Neue Chancen mit Sozialunternehmen". Werkstattträger - so lautet eine zentrale Forderung - sollen Angebote für Personengruppen entwickeln können, die keine Werkstattbeschäftigten sind. Leider gelang in der Diskussion nicht die Herausarbeitung der richtungsweisenden Ideen des Papiers.

 

Zukunftsstrategie des BAG-Vorstandes

Maßarbeit

Im neuen Strategiepapier "Maßarbeit" nimmt der BAG-Vorstand eine neue Standortbestimmung der beruflichen Teilhabe vor. Hier einige zentrale Forderungen:

  • Gleichwertigkeit der Werkstatt mit anderen Formen der Beschäftigung
  • Festlegung einheitlicher Standards zur Bedarfsfeststellung und zur Leistungsqualität
  • Ermöglichung einer freien Wahl der Leistungsberechtigten und das Akzeptieren ihrer individuellen Lebensentwürfe
  • Sicherung von Vielfalt in Arbeit und Bildung durch Kooperationen mit anderen Anbietern und Unternehmen der Erwerbswirtschaft
  • Ermöglichung einer Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt mit Arbeitsvertrag für dauerhaft voll erwerbsunfähige Menschen – gegebenenfalls mit Lohnkostenzuschuss und Finanzierung des Betreuungsaufwands
  • Zusammenführung aller Transferleistungen zu einem individuellen Teilhabekonto
  • Wahrung des Rechtsanspruches von Personen, die die Werkstattkriterien erfüllen
  • Öffnung der Angebote von Werkstatt-Trägern (nicht von Werkstätten!) für die berufliche Teilhabe unterschiedlicher Personenkreise
  • Öffnung der Infrastruktur der Werkstätten für die Gemeinde
 

Preisträger excellent: Bildung 2011 auf 53° NORD-Veranstaltung

USE - Quelle BAG WfbMFoto: BAG WfbM

Der Bildungspreis der BAG WfbM 2011 ging auf der Werkstättenmesse an die Union Sozialer Einrichtungen aus Berlin für ihre beispielhaften Bildungsmaterialien "USE – berufliche Unterweisung mit System und Effizienz".

Die Bildungsoffensive stellt die konsequente Ausrichtung der Qualifizierung von Werkstattbeschäftigten an anerkannten Berufsausbildungen in den Fokus ihrer Arbeit. Wer mehr über diesen Bildungsansatz für Menschen mit psychischer Erkrankung wissen will, sollte die Fachtagung "Werkstatt kann mehr" in Mainz besuchen.

Er erfährt dort außerdem etwas zu folgenden Themen:

  • Wie kann die Werkstatt einer Stigmatisierung ihrer Beschäftigten entgegenwirken?
  • Wie lässt sich eine zielgruppengerechte Beratung für Jugendliche und Jungerwachsene mit psychischer Beeinträchtigung etablieren?
  • Was hat es auf sich mit dem Personenkreis der „Jungen Wilden“ und welches Konzept hat sich in der Werkstattarbeit bewährt?
  • Wie finden psychisch Erkrankte eine Tätigkeit als Alltagsbetreuer in der Altenhilfe?
  • Wie lässt sich über gezielte Erprobung und Qualifizierung der Zugang zum Arbeitsmarkt erschließen?

Hier die Daten zur Veranstaltung:

Werkstatt kann mehr - Was die WfbM für die Rehabiliation psychisch Kranker leisten kann

Termin: 19. Mai 2011, 10.30 Uhr, bis 20. Mai 2011, 15.30 Uhr
Ort: Erbacher Hof, Tagungshaus der Diözese Mainz
Preis: 290 Euro zzgl. 7 % MwSt.

Hier können Sie das Anmeldeformular herunterladen!
Weitere Informationen finden Sie hier.

 

53° NORD-Service

Foto

www.inklusionslandkarte.de

Seit dem 25. März 2011 präsentiert der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, eine virtuelle Landkarte für inklusive Beispiele mit Vorbildcharakter.

Das Motto lautet: "Deutschland wird inklusiv". Alle, die Inklusion vorantreiben wollen, haben auf dieser ansprechenden Seite die Möglichkeit, ihren kleinen oder großen Beitrag zum Inklusionsziel bundesweit bekannt zu machen.

Es gibt drei mögliche Gründe, warum Sie sich diese Seite unter den eigenen Favoriten abspeichern sollten:

  1. Sie wollen nach guten Projekten suchen.
  2. Sie wollen Ihre eigenen Beiträge zur Inklusion eintragen.
  3. Sie wollen andere gelungene Inklusionsbeispiele empfehlen.
 

KLARER KURS: Abo zahlt sich aus

Foto KLARER KURS

Sie haben KLARER KURS noch nicht abonniert?

Hier kommen zwei gute Gründe, nicht länger zu zögern:

  • Unsere Auswahl an Werbeprämien hat sich vergrößert. Erstabonnenten haben die Wahl unter allen Buchveröffentlichungen des Verlags 53° NORD, darunter auch die Neuerscheinungen „Mitten im Arbeitsleben“ und „Werkstätten am Markt“.
  • Dauerabonnenten haben ab sofort Zugriff auf das Archiv. Sie finden dort die komplette Sammlung von Reportagen der Jahrgänge 2008 und 2009. Dazu erhalten sie ein individuelles Kennwort, das den Zugang ermöglicht.

Wenn Sie KLARER KURS abonnieren wollen, klicken Sie hier.
Hier können Sie sich einen Eindruck von der neuen Ausgabe verschaffen.

 

Zu guter Letzt: Georg Paulmichl

Buchcover Der Georg

Jahreszeitlich angemessen hier ein Text unseres Lieblingsdichters über die Ankunft des Frühlings.

Frühlingserwachen

Lange hat sich der Schnee auf der Erde ausgebreitet.
Nun recken die ersten grünen Halme ihre Hälse gegen die Sonne.
Die Tiere beginnen aus ihren Erdlöchern zu kriechen.
Wärmere Winde rütteln die Bäume aus dem Winterschlaf.
Die Bauern beginnen ihre Saat zu verpflanzen.
Die Hunde bellen nach allen Windrichtungen.
Die alten Leute rücken von der Ofenbank ab. Sie wollen noch einmal das Leben wagen.
Die letzten Schneefelder zerrinnen vor dem Sonnenlicht.
Die Gesichter der Menschen werden wieder fröhlicher.
Das Wachstum und das Gedeihen lassen sich nicht mehr aufhalten.

 

Entnommen haben wir den Beitrag wie üblich dem Sammelband Der Georg, Texte und Bilder von Georg Paulmichl, Haymon Verlag 2008, Preis € 19,90.

Zu beziehen ist das Buch über den Medienversand von 53° NORD, Ihre Online-Buchhandlung zur beruflichen Teilhabe. Das komplette Programm finden Sie hier.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von
53° NORD Agentur und Verlag

Ein Geschäftsbereich der Elbe-Werkstätten GmbH

Behringstraße 16a
22765 Hamburg
Telefon: 040 – 414 37 59 88

Mail: info@53grad-nord.com
Internetpräsenz: www.53grad-nord.com