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Liebe Leserinnen und Leser!
Wie viele WfbM sind im Netz so präsent, wie sie es könnten? Zu oft bleibt Social Media Nebensache: Kein Budget, keine klare Zuständigkeit, keine Strategie. Dabei gäbe es gerade aus Werkstätten viel zu berichten, viel gerade zu rücken und viel zu gewinnen.
Denn Werkstätten stehen unter Druck: Fachkräftemangel, wachsender Wettbewerb, steigende Erwartungen an Transparenz. Angehörige, Auftraggeber und potenzielle Mitarbeitende informieren sich heute zuerst digital. Wer dort nicht sichtbar ist, verliert. Im Wettbewerb um Aufträge, um Fachpersonal, um gesellschaftliche Wahrnehmung. Social Media ist kein „Nice to have" mehr, sondern ein Instrument strategischer Positionierung.
Das eigentliche Potenzial liegt tiefer, in einer Frage, die weit über Kommunikation hinausgeht: Wer erzählt die Geschichte? Wenn Werkstattbeschäftigte selbst Inhalte entwickeln, Fotos machen und Videos drehen, entsteht etwas, das keine Hochglanzbroschüre ersetzen kann: Authentizität. Und mehr noch: echte Teilhabe. Aus Öffentlichkeitsarbeit wird Empowerment, aus Darstellung Selbstvertretung.
Natürlich ist der Weg dorthin nicht trivial. Ressourcen sind knapp, medienrechtliche Anforderungen komplex, die Furcht vor einen „Shitstorm“ im Netz groß. Social Media verlangt zudem Aktualität und Kontinuität. Das kollidiert schnell mit dem üblichen Werkstattgegebenheiten. Wer sich dennoch an eine inklusive Redaktion heranwagt, muss wissen: Sie ist kein Selbstläufer. Sie braucht klare Rollen, didaktische Konzepte, barrierefreie Arbeitsweisen und den ernsthaften Willen, Augenhöhe zu leben.
Wie das gelingt, zeigen die Caritas Werkstätten Paderborn. Mit Unterstützung der Kommunikationsagentur catavi haben sie ein inklusives Redaktionsteam aufgebaut, in dem Beschäftigte Akteure sind: Sie finden Geschichten, erstellen Beiträge, drehen Videos und übernehmen feste Rollen im Redaktionsablauf. Inklusion wird hier nicht symbolisch praktiziert, sie ist unabdingbar.
Am 15. April 2026 geben das Paderborner Team und catavi ihr Wissen weiter, in einem eintägigen Workshop vor Ort. Die Teilnehmenden lernen, wie inklusive Redaktionsteams arbeiten, welche Rollen sich bewährt haben und wie der Weg vom ersten Posting zur echten Redaktionsplanung gelingt, einschließlich des Umgangs mit kritischen Kommentaren. Der Workshop ist barrierefrei gestaltet, arbeitet mit kurzen Einheiten und vielen Pausen. Seien Sie neugierig. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Impulse für Ihre eigene Einrichtung mitzunehmen und bringen Sie Menschen aus Ihrer Werkstatt mit, die Lust haben, selbst zu erzählen. Dieser Tag könnte der Anfang von etwas sein, das Ihre Einrichtung nachhaltig verändert.
Ihr Team von 53° NORD
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