53° NORD Agentur und Verlag

Ein Geschäftsbereich der GDW - Genossenschaft der Werkstätten f�inderte Menschen Hessen und Thüringen eG

Frankfurter Straߥ 227b
34134 Kassel

Telefon: 0561 | 47 59 66 - 53
Telefax: 0561 | 47 59 66 - 75

URI: https://www.53grad-nord.com

 
 

Schriftgröße:

KLARER KURS 4/2017

In der Ausgabe 4/2017unseres Magazins KLARER KURS erwarten Sie anregende Themen und Berichte aus der Landschaft der beruflichen Teilhabe. Unsere Reporter waren bundesweit unterwegs: In Reutlingen haben Werkstattbeschäftigte der BruderhausDiakonie eine ganz besondere Führung durch die Stadt an der Echaz entwickelt. Dazu haben sie im Stadtarchiv und in der Bibliothek gestöbert, haben mit ihrer Literaturgruppe Texte geschrieben und Spielszenen zu den Texten einstudiert und das so spannend, kenntnisreich und bewegend, dass die Reutlinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH die inklusive Stadttour nun in ihr Programm aufgenommen hat.

Unsere Reporter waren aber auch auf Stippvisite in der Oststeiermark, in Gleisdorf bei der Chance B.  Der Verein hat sich seit den 90er Jahren der konsequenten Umsetzung des Konzepts ambulant und mobil verschrieben: Die Beschäftigten leben dort, wo sie aufgewachsen und verwurzelt sind, arbeiten auf passenden Arbeitsplätzen und werden so entlohnt, dass sie ihren Lebensunterhalt davon bestreiten können. Werkstattplätze in unserem Sinne gibt es kaum, dennoch sind alle in Arbeit.

KLARER KURS ist in Wiesloch, beim toom-Baumarkt, wo Beschäftigte der Kurpfalz-Werkstätten auf betriebsintegrierten Plätzen arbeiten. Die verdanken sie einer Partnerschaft, die die Bundesvereinigung Lebenshilfe und toom Baumarkt in Deutschland bereits 2014 besiegelten. Seitdem ermuntern beide Zentralen ihre Filialen und ihre Mitgliedsorganisationen vor Ort zur Kooperation. Etwa 40 Partnerschaften von Lebenshilfe-Werkstätten und lokalen toom Baumärkten sind seither deutschlandweit gewachsen. Ein Modell, das Schule machen wird.

Kennen Sie Poppenhausen an der Wasserkuppe? Die Gemeinde hat es in sich. Sie ist inklusiv. In dem beschaulichen 2 500-Seelen-Ort leben sieben Menschen mit Behinderung, arbeiten auf Außenarbeitsplätzen von antonius - Netzwerk Mensch, sind sozialversicherungspflichtig angestellt oder „auf dem Absprung aus der Werkstatt“, wohnen in einem Haus mit Einzelapartments oder in eigener Wohnung direkt im Ort, singen im Chor, sind bei der freiwilligen Feuerwehr, spielen Orgel in der Kirche, engagieren sich ehrenamtlich, sind: Bürger der Gemeinde. Und für alle Beteiligten: eine Win-win-Situation!

Außerdem sind wir in Berlin bei Schichtwechsel, in Frankfurt im Struwwelpetermuseum und sprechen mit Norbert Zimmermann, dem Geschäftsführer der Lebenshilfe-Werkstatt Aachen über Andere Anbieter. Die neue KLARER-KURS-Ausgabe sollten Sie also nicht verpassen!

Hier kommen Sie zur aktuellen Ausgabe!

 

 

Und wenn Ihr KLARER KURS mal wieder ...

... im Haus unterwegs ist ... bestellen Sie doch einfach das Online-Abonnement!

Als Einrichtung können Sie unsere Online-Ausgabe für 200 Euro abonnieren und sie auf all Ihren Rechnern verbreiten (bitte wirklich nur intern). Voraussetzung ist das Abonnement der Print-Ausgabe mit mindestens einem Exemplar unter derselben Rechnungsadresse. Wenn Sie in Ihrer Einrichtung beispielsweise über 100 PC-Plätze verfügen, kostet Sie eine Ausgabe im Online-Abonnement nur noch 50 Cent!

Hier kommen Sie zum Online-Abonnement!

Wenn Sie doch lieber die Printausgabe in den Händen halten, können Sie das Magazin hier abonnieren! 

 

 

Lust auf Veränderung?

Seminare und Tagungen planen, begleiten und moderieren, redaktionell mitarbeiten und Projekte entwickeln: 53° NORD sucht Verstärkung! Sind Sie interessiert? Dann erfahren Sie hier mehr!

 

 

Veranstaltungstipp

Mehr Theater in der Werkstatt!

Die Chance im Spiel

 

Gehört Theater in die Werkstatt? Manche beantworten diese Frage mit einem klaren Nein. Ihr Argument: Werkstatt ist Arbeitswelt, und je ernster wir dies nehmen (gerade im Interesse der Beschäftigen), umso weniger gehören künstlerische Aktivitäten hierher. Leisten sich Siemens, Mercedes oder ThyssenKrupp etwa eine Theatergruppe? Andere argumentieren von der Werkstattordnung aus mit einem ebenso entschiedenen Ja. Die Werkstatt soll eine Vielfalt von Arbeitsmöglichkeiten bereitstellen und Schauspieler ist schließlich auch ein Beruf. Und dann ist da ja noch der Auftrag zur Persönlichkeitsförderung. Was schult Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit, was stärkt Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein mehr als das Schauspiel mit seiner Aufführung und dem Applaus für die Leistung der Darsteller?

 

Die Teilnehmer an einem Theaterworkshop von 53° NORD im Januar 2017 in Würzburg gehörten eindeutig zur zweiten Gruppe. Im etablierten Theater Augenblick waren sie zusammengekommen, um Stückentwicklung und Regie zu lernen und sich Methoden der Schauspielausbildung beibringen zu lassen: Mitarbeiter aus Werkstätten, Tagesstätten und aus dem Wohnbereich. Das Theater Augenblick besteht seit 20 Jahren und ist ein fester Bestandteil im Angebot der Mainfränkischen Werkstätten, mit eigenen Probemöglichkeiten und eigener Bühne.

Neben vielen handwerklichen Hinweisen, ihrer Erprobung und einer sehr intensiven Theateraufführung stellten sich in diesen zwei Tagen unterschiedliche Ansätze der Theaterarbeit heraus:

  • Theater kann im Begleitenden Angebot angesiedelt sein. Dort dient es dem Ausprobieren und der Selbsterfahrung. In der Regel wird man auf diesem Niveau keine Professionalität erreichen, Aufführungen sollten deshalb auf einen internen Rahmen beschränkt bleiben, um keine Vorurteile zu bestärken.
  • Am anderen Ende der Skala stehen Stücke mit ausgebildeten Schauspielern mit Behinderung, die über längere Zeit über Improvisationen entwickelt wurden und den Gesetzen eines guten Theaterstücks folgen. Sie machen die Persönlichkeit und Ausdrucksstärke sichtbar, über die behinderte Menschen verfügen, und bewirken bei den Zuschauern einen heilsamen Überraschungs- und Erkenntniseffekt. Gute Produktionen und gute Schauspieler finden ihren Platz im Kulturbetrieb, wie die RambaZamba-Regisseurin Gisela Höhe eindrucksvoll belegte.

Um in diese (zugegeben anspruchsvolle) Richtung zu gelangen, ist viel handwerkliches Know-how erforderlich. Das dürfte in einer Werkstatt niemand überraschen: Ohne Fachlichkeit keinen Wirtschaftserfolg, weder im Holzbereich noch im Gartenbau. Fürs Theater heißt das: Für Anleitung und Regie sollten Theaterpädagogen zuständig sein, zumindest aber Fachkräfte mit einschlägiger Zusatzausbildung. Theater ist Bewusstheit, Disziplin, Genauigkeit und Technik. Theater ist ein permanentes Selbsterproben. Es erfordert aber auch das Bewusstsein von der eigenen Wirkung und ein Bemühen um die Zuschauer.

Wird Theater in dieser Ernsthaftigkeit betrieben, ist es in der Tat der wirkungsvollste Weg zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit, die sich die Werkstatt für ihre Beschäftigten auf die Fahnen geschrieben hat. Theaterspiel fördert die Persönlichkeit und ihre Entwicklung direkt und nachhaltig. Es schult die Eigenwahrnehmung und die Wahrnehmung anderer, erweitert das Verhaltensrepertoire und stärkt das Selbstvertrauen. Damit ist es ein hervorragendes Instrument für alle pädagogischen und therapeutischen Prozesse.

Und: Theaterspiel ist eine Gemeinschaftstätigkeit, die bei aller Mühe den Beteiligten sehr viel Spaß macht. Auch davon konnten sich die Workshopteilnehmer in Würzburg überzeugen. Die Veranstaltung war eine der intensivsten und nachhaltigsten in der zehnjährigen 53°-NORD-Geschichte. Selten sprang der Funke schneller über, öffneten sich die Teilnehmer mehr, entstanden in nur zwei Tagen tiefere und vertrauensvollere Kontakte, gingen die Teilnehmer begeisterter und motivierter nach Hause als in diesem Workshop.

Kein Wunder, dass schnell der Ruf nach einer Weiterführung der Veranstaltung laut wurde. Das Resultat ist eine weitere Veranstaltung in einem sehr ähnlichen Setting, die auch von Interessenten besucht werden kann, die beim ersten Mal nicht dabei waren.

Termin: 02. bis 04. Februar 2018
Ort: Würzburg
Die Einzelheiten zu diesem Theaterworkshop finden Sie hier.

 

 

In eigener Sache

Unser Medienversand zieht um! Deshalb können wir jetzt eingehende Bestellungen erst im Januar 2018 ausliefern. Wir bitten Sie dafür um Verständnis!

 

 

Neu im Medienvertrieb

Heinz Becker

... inklusive Arbeit!

Das Recht auf Teilhabe an der Arbeitswelt auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf

Trotz aller Diskussion über Inklusion werden noch immer Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf aus vielen gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen, auch aus der Werkstatt für behinderte Menschen. Dass es auch anders geht, zeigt Heinz Becker fachlich begründet und an vielen Beispielen.

Mehr Informationen gibt es hier.

Zum Gesamtangebot des Verlags kommen Sie hier.

 

 

Newsletter & Co.

Unter Newsletter & Co. finden Sie unser Newsletterarchiv und eine unsere Service:Links.

HIER geht es direkt zu den Informationen.

            
Letzte Aktualisierung der Webseite am 18.01.2018