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Überraschende Zahlen zur Produktivität ausgelagerter Arbeitsplätze

Die Themen dieses Newsletters

Veranstaltung

Fachtag zum Fachkonzept der BA kompakt & digital

Sind ausgelagerte Werkstattplätze die Zukunft der WfbM

Gemeinsam Zukunft gestalten: Wie Werkstätten sich öffnen und sichtbar werden

Weitere Themen

Wussten Sie schon, dass...

Ihre Meinung…


Liebe Leserinnen und Leser!

Der neue Kennzahlenbericht der BAGüS für das Jahr 2024 berichtet, dass durchschnittlich 8,9 Prozent aller WfbM-Beschäftigten auf ausgelagerten Außenarbeitsplätzen tätig sind, also weniger als jeder Zehnte. Dabei war die Spannweite zwischen den Trägern erheblich: Sie reichte von unter 3 Prozent bis zu knapp 25 Prozent. Das bedeutet, dass manche Werkstätten das Instrument der Auslagerung kaum nutzen, während andere es konsequent ausbauen.

Doch warum lohnt sich dieser Ausbau – nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die WfbM selbst? Valide Zahlen zur Produktivität ausgelagerter Arbeitsplätze liefern die Elbe-Werkstätten in Hamburg und diese Angaben zu den Betriebsergebnissen sind äußerst bemerkenswert. Jeder dritte Werkstattbeschäftigte war bei den Elbe-Werkstätten im Jahr 2022 außerhalb der WfbM tätig. Diese exakt 33,6 Prozent Außenarbeitsplätze erwirtschaften demnach mehr als neun Zehntel des Betriebsergebnisses.

Im Einzelnen: 2022 arbeiteten von den 2.591 Beschäftigten des Arbeitsbereichs 66,4 Prozent in einer der elf WfbM-Betriebsstätten. Sie trugen nach dem Bericht der Geschäftsleitung mit 8,9 Prozent zum Betriebsergebnis bei. 12,5 Prozent arbeiten auf betriebsintegrierten Einzelplätzen und 11,1 Prozent in einer der 47 ausgelagerten Arbeitsgruppen. Ihr Anteil am Betriebsergebnis lag bei 42,5 bzw. 36 Prozent. 10,0 Prozent waren in externen Dienstleistungsbereichen beschäftigt, etwa in der Garten- und Landschaftspflege oder in der Gastronomie. Sie erwirtschafteten 12,4 Prozent.

Was steckt hinter diesen verblüffenden Zahlen? Ausgelagerte Plätze sind für die WfbM deutlich weniger kostenintensiv als interne Plätze mit ihrer aufwändigen Infrastruktur. Gleichzeitig erzielen Beschäftigte in betrieblichen Strukturen oft eine höhere Produktivität, weil sie in die regulären Arbeitsabläufe der Unternehmen eingebunden sind. Das wirtschaftliche Potential ist damit größer.

Nicht nur die gesellschaftliche Integration und das verbreiterte Angebot von Berufsfeldern spricht also für eine vermehrte Auslagerung von Werkstattplätze in Betriebe, sondern auch handfeste wirtschaftliche Erwägungen. Was allerdings eine solche Entwicklung für Beschäftigte mit höherem Unterstützungsbedarf für Personal, Gebäude und die organisatorische Struktur von WfbM bedeutet, diese Fragen stehen im Mittelpunkt der 53° NORD-Fachtagung „Sind ausgelagerte Werkstattplätze die Zukunft der WfbM?" am 30. Juni und 1. Juli 2026 in Kassel (GDW Mitte eG). Drei Einrichtungen, darunter die Elbe-Werkstätten mit Geschäftsführer Rolf Tretow, berichten aus ihrer Praxis. In Arbeitseinheiten entwickeln die Teilnehmenden konkrete Perspektiven für ihre eigene WfbM.

Wenn Sie gerade überlegen, wie Sie aktuelle Probleme Ihrer WfbM strategisch lösen können, kommen Sie nach Kassel. Die Öffnung der Angebote nach außen kann ein Schlüssel für diese Herausforderungen sein.

Ihr Team von 53° NORD

P.S.: Unser Fachtag in Kassel zum Fachkonzept der BA für das EV/BBB war so schnell ausgebucht, dass wir nun einen digitalen, kompakteren Input zu den Erkenntnissen und damit zu konkreten Hilfestellungen für die Praxis geben… Mehr dazu In unseren Veranstaltungen

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Fachtag zum Fachkonzept der BA kompakt

Erkenntnisse verstehen & in die Praxis übertragen

online Fachtag | ZOOM | 24. Juni 2026 | 180€

Infos & Anmeldung

Sind ausgelagerte Werkstattplätze die Zukunft der WfbM

Chancen und Herausforderungen bei der Verlagerung von Arbeitsplätzen in Betriebe

Seminar | GDW Mitte eG | Kassel | 30. Juni - 01. Juli 2026 | 490,00 Euro

Infos & Anmeldung

Gemeinsam Zukunft gestalten: Wie Werkstätten sich öffnen und sichtbar werden

Für Werkstätten, die mit neuen Ideen mutig vorangehen

Fachtagung | ChancenHaus | Bad Kreuznach | 08. - 09. Juli 2026 | 480,00 Euro

Infos & Anmeldung

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt unseres Programms...

Die komplette Übersicht unserer Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website.


Wussten Sie schon, dass…

…Blindenwerkstätten eine wichtige historische Vorform moderner Werkstattstrukturen waren?
Dort entstanden unter anderem Bürsten-, Flecht- und Webwaren. Blindenwerkstätten konnten bis zur Aufhebung des Blindenwarenvertriebsgesetz (BliWaG) im Jahr 2007 anerkannt werden. § 226 SGB IX stellt bis heute sicher, dass noch existierende anerkannte Blindenwerkstätten von WfbM-Vergünstigungen (Anrechnung auf die Ausgleichsabgabe, Auftragsvergabe) profitieren. Viele wurden aber mit ihren Beschäftigten, zum Teil auch mit den Gewerken und Maschinen, von lokalen WfbM übernommen.

…Werkstätten in ihrer Gründungsphase stark von lokalen Bedarfen geprägt waren und deshalb sehr unterschiedliche kleine Produktionszweige entwickelten?
Jubiläumschroniken zeigen, wie die Einrichtungen ihre Angebote auf regionale Auftraggeber und Bedarfe sowie Dienstleistungen für den Sozialraum ausrichteten. Zu den Arbeitsfeldern gehörten vor allem Tischlereien, Wäschereien, Textilwerkstätten und das Kunsthandwerk mit Töpferwaren oder Kerzenproduktionen.

…auch Gartenbau und Landwirtschaft zur Selbstversorgung in der Anfangszeit vieler Werkstätten eine wichtige Rolle spielten?
Diese Arbeitsbereiche verbanden unmittelbar als sinnvoll erlebbare Tätigkeiten mit Kostenreduzierungen.


Ihre Meinung…
zum neuen Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit

Unter der Überschrift „Ihre Meinung“ möchten wir künftig mit Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, ins Gespräch kommen. Regelmäßig machen wir eine aktuelle Fragestellung aus der WfbM bzw. der beruflichen Teilhabe zum Thema und bitten Sie, uns dazu Ihre Ansicht mitzuteilen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine Auswahl von Zitaten finden Sie dann in der nächsten Ausgabe unseres Newsletters.

Unsere Frage an Sie: Was ist Ihre Meinung zum neuen Fachkonzept der BA?

Bitte senden Sie Ihre Antwort (nicht mehr als 500 Zeichen) an info@53grad-nord.com.

Wir freuen uns auf eine rege Diskussion.

 

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