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Liebe Leserinnen und Leser!
Ausgelagerte oder betriebsintegrierte Arbeitsgruppen haben sich in vielen Werkstätten längst etabliert. Die Berliner Werkstätten BWB betreiben zum Beispiel aktuell 20 BiGs an insgesamt 16 Standorten mit 167 Mitarbeitende, Elbe-Werkstätten in Hamburg wiederum kooperieren mit rund 40 Unternehmen und über 800 Beschäftigte arbeiten dort in den Räumen ihrer Auftraggeber, von Lufthansa-Technik bis zum Museum der Arbeit.
Für beiden gelten die gleichen Vorteile dieser Organsiation von Arbeit: Wegfall von Transport und Logistik, direkte Einbindung in betriebliche Abläufe, soziale Integration in die Firmenbelegschaft und bessere wirtschaftliche Ergebnisse. Für die Beschäftigten bedeutet die Arbeit im Betrieb mehr Normalität, höheren Status und manchmal auch den Weg in reguläre Anstellung.
Dennoch zögern viele Werkstätten und fragen sich: Finden wir geeignete Betriebe, wir sind ja nicht in Hamburg oder Berlin? Wie stellen wir Vertretung sicher? Wie motivieren wir Beschäftigte und Fachkräfte für den Wechsel?
Die Anforderungen sind tatsächlich komplex: Die Bedingungen vor Ort müssen passen, Entwicklungsplanung und Zugänge zu Fortbildungen ermöglicht werden. Betriebliche Erwartungen wollen mit dem Förderauftrag in Einklang gebracht, rechtliche und finanzielle Fragen geklärt werden: Status der Beschäftigten, Vertragsgestaltung, Haftung, Abrechnungsmodus.
Erfolgreiche Werkstätten knüpfen an bestehende Geschäftsbeziehungen an und präsentieren sich gegenüber den Betrieben als Unterstützer und Problemlöser. Die Beteiligten bereiten den Start als gemeinsames Projekt vor und vereinbaren Erprobungsphasen. Die Einbindung von Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung schafft Akzeptanz.
Die Personalauswahl basiert meist auf Freiwilligkeit. Eine werkstattübliche Gruppenzusammensetzung bezüglich der Fähigkeiten und Einschränkungen der Beschäftigten ist in Außenarbeitsgruppen möglich. Wichtig ist die Garantie einer Rückkehr auf den alten Arbeitsplatz. Auch für das Vertretungsproblem gibt es bewährte Modelle: Doppelleitungen, Springer oder Einbindung von Firmenmitarbeitern.
Erfahrene Werkstätten sagen: Ja, ausgelagerte Arbeitsgruppen sind anspruchsvoll, aber sie sind machbar. Sie erweitern das Angebotsspektrum, machen die Werkstatt attraktiver, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit und sind zudem auch finanziell durchaus attraktiv.
Für alle, die Außenarbeitsgruppen aufbauen oder weiterentwickeln möchten, bietet 53° NORD am 24. und 25. März 2026 in Kassel eine zweitägige Fachtagung. Verantwortliche aus unterschiedlichen Werkstätten berichten aus ihrer Praxis und beleuchten betriebswirtschaftliche, pädagogische und rechtliche Aspekte, von der Akquise über die Vertragsgestaltung bis zur Begleitung vor Ort.
Nutzen Sie diese seltene Gelegenheit und holen Sie sich Informationen aus erster Hand für einen wichtigen Schritt in Richtung Werkstattsicherung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team von 53° NORD
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