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Wenn das Verhalten die Sprache ist – Unterstützte Kommunikation in WfbM und Tagesstätten

Die Themen dieses Newsletters

Veranstaltung

Kommunikation mit Menschen mit schwerster Mehrfachbehinderung

Die eigene Werkstatt zukunftsfest machen

Inklusive Social Media Redaktionsteams aufbauen

Weitere Themen

Glosse: Keine Lust auf den Selbstbestimmungskurs


Liebe Leserinnen und Leser!

Unterstützte Kommunikation ist in Werkstätten und Tagesstätten noch immer ein unterschätztes Thema. Dabei betrifft sie zentrale Rechte von Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen auf Kontakt, Austausch, Selbstbestimmung und Teilhabe.

Deren Kommunikation verläuft häufig nicht über Lautsprache oder etablierte Gebärden. Stattdessen zeigt sie sich in sehr individuellen Ausdrucksformen, etwa in Veränderungen der Muskelspannung, Blickbewegungen, Atemrhythmen, Lautierungen oder minimalen Bewegungen. Diese Signale sind nicht standardisiert. Sie erschließen sich nur durch aufmerksame, fachlich fundierte Wahrnehmung.

Die Herausforderung liegt meist nicht im fehlendem Mitteilungswillen der Person. Der ist deutlich vorhanden. Schwierig ist es, Kommunikation zu erkennen, richtig einzuordnen und angemessen zu beantworten. Im Arbeitsalltag geschieht dies oft unter Zeitdruck und innerhalb fester Abläufe.

Viele Missverständnisse entstehen genau hier. Wegdrehen wirkt wie Ablehnung, meint aber Überforderung. Laute erscheinen störend, sind Kontaktangebote. Erhöhte Muskelspannung wird als Unruhe interpretiert, signalisiert jedoch Erwartung. Geschlossene Augen bedeuten nicht Rückzug, sondern Konzentration. Kommunikation findet also statt, sie muss nur als solche erkannt werden. Wissen, Haltung und bewusst gestaltete Kommunikationssituationen helfen, in den gegebenen Rahmenbedingungen professionell handlungsfähig zu bleiben

Unterstützte Kommunikation ist also mehr als ein „Übersetzungstool“, es ist ein professionelles Handlungskonzept. Sie stärkt Mitarbeitende in ihrer Rolle als KommunikationspartnerInnen, ermöglicht das Verstehen individueller Signale, beinhaltet basale Kommunikation, Modelling, geeignete Kommunikationsformen und Hilfsmittel sowie personenzentrierte Maßnahmen für Orientierung, Mitbestimmung und Verständigung.

Wie sich das im Alltag umsetzen lässt, zeigen Simone Kreitenweis, Gisela Wegner und Roberto Hahn von der Tagesförderstätte Perspektive der Stiftung Pfennigparade in einem dreistündigen Online-Seminar von 53° NORD am 25. März 2026. Ihre Themen sind die fachliche Einordnung kommunikativer Ausdrucksformen, die Rolle der KommunikationspartnerInnen und konkrete Schritte zum Aufbau individueller Kommunikationsangebote, auch unter realistischen Arbeitsbedingungen.

Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus Tagesförderstätten, Werkstätten, Wohneinrichtungen, Schulen und ambulanten Diensten sowie an Angehörige und TherapeutInnen.

Wenn Sie die Verständigung mit stark kommunikationseingeschränkten Beschäftigten verbessern und professionell gestalten möchten, laden wir Sie herzlich zur Teilnahme ein.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team von 53° NORD

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Kommunikation mit Menschen mit schwerster Mehrfachbehinderung

Herausforderung, Haltung und Möglichkeiten der Verständigung

Online | 25. März 2026 | 149,00 Euro

Infos & Anmeldung

Die eigene Werkstatt zukunftsfest machen

Ideen und konkrete Ansätze für eine erfolgreiche Weiterentwicklung

Seminar | GDW Mitte eG | Kassel | 25. - 26. März 2026 | 560,00 Euro

Infos & Anmeldung

Inklusive Social Media Redaktionsteams aufbauen

Von der Vision zur praxisnahen Umsetzung

Seminar | Paderborn | 15. April 2026 | 310,00 Euro

Infos & Anmeldung
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Glosse
Keine Lust auf den Selbstbestimmungskurs

„Ich will heute nicht zu meinem Selbstbestimmungskurs", sagt Emma. Die Betreuerin schaut von ihrer Liste auf. „Aber Emma, du musst. Du willst doch selbst entscheiden lernen." „Heute hab ich keine Lust." „Der Kurs steht im Wochenplan. Du hast unterschrieben." „Dann will ich jetzt was anderes unterschreiben." Die Betreuerin seufzt. „So funktioniert das nicht. Selbstbestimmung heißt, dass du lernst, gute Entscheidungen zu treffen." „Und wer sagt, welche Entscheidungen gut sind?"

Stille.

„Das Taxi kommt in zehn Minuten", sagt die Betreuerin schließlich. „Und denk dran: Ohne den Kurs erreichst du dein Entwicklungsziel nicht." „Welches Ziel?" „Dass du in eine eigene Wohnung ziehen kannst." Emma greift nach ihrer Jacke. „Das ist Erpressung." „Nein, das ist dein Hilfeplan."

 

53° NORD wird gefördert durch:

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