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Zwischen Sicherheit und Aufbruch – psychisch erkrankte Menschen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt

Die Themen dieses Newsletters

KLARER KURS

Für mehr Frauen in Führung: „Werft Euren Hut in den Ring!“

Veranstaltung

Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt für psychisch erkrankte Menschen

Die Berufliche Trainingswerkstatt der Elbe-Werkstätten

Gemeinsam Zukunft gestalten: Wie Werkstätten sich öffnen und sichtbar werden

Weitere Themen

Zahl des Monats: Werkstattbeschäftigte/Tagesförderstätten-Besucher pro 1.000 Einwohner


Liebe Leserinnen und Leser!

Der Übergang psychisch erkrankter Menschen in Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarkts gelingt nur einem verhältnismäßig kleinen Teil dauerhaft. Wo liegen die spezifischen Probleme für psychisch Erkrankte in der WfbM und wie kann man ihnen begegnen?

Ein zentrales Problem liegt im Übergang selbst. Auch gut vorbereitete Beschäftigte erleben den Wechsel in einen Betrieb als Bruch. Die Anforderungen steigen, der Tagesrhythmus ändert sich, die vertrauten Bezugspersonen fehlen, oft genau dann, wenn die psychische Stabilität schwankt. Wo die Begleitung nach dem Wechsel dünn wird oder ganz wegfällt, enden viele Arbeitsverhältnisse beim ersten Rückfall. Rund jede siebte Person, die den Sprung gewagt hat, kehrt schon früh in die Werkstatt zurück. Eine dauerhafte, verlässliche Begleitung auch nach dem Übergang ist deshalb kein Nice-to-have, sondern die entscheidende Stellschraube.

Stolpersteine liegen auch auf Seiten des Betriebs. Viele Arbeitgeber sind grundsätzlich offen, aber überfordert, wenn es konkret wird. Wie geht man mit häufigen Krankheitstagen um? Wer unterstützt, wenn eine Krise eskaliert? Was passiert, wenn die vereinbarte Leistung dauerhaft nicht erbracht werden kann? Fehlen betriebliche Ansprechpersonen, klare Absprachen und ein eingespieltes Krisenmanagement, ziehen Arbeitgeber im Zweifel die Reißleine. Erfolgreiche Übergänge entstehen dort, wo Fachkräfte diese Fragen proaktiv ansprechen, Betriebe aktiv begleiten und als verlässlicher Ansprechpartner auch nach der Vermittlung sichtbar bleiben.

Ausgelagerte Werkstatt-Arbeitsplätze bieten hier einen Vorteil: Die WfbM bleibt als Rückhalt präsent, Anforderungen können schrittweise angepasst werden, und die Rückkehroption nimmt Druck von beiden Seiten. Aber: Ohne klare Übergangsperspektive in ein Budget für Arbeit mit verbindlichen Meilensteinen bleiben ausgelagerte Plätze oft dauerhaft im Zwischenstatus, ein Arrangement, das den entscheidenden Schritt in Richtung erster Arbeitsmarkt nicht voranbringt und das viele Beschäftigte als unbefriedigend erleben.

Dazu kommt die sozialrechtliche Komplexität, die viele Interessenten zusätzlich lähmt: Was passiert mit der Erwerbsminderungsrente? Kann ich wirklich zurück in die Werkstatt, wenn es nicht klappt? Wer beantwortet diese Fragen verlässlich und frühzeitig genug, damit sie nicht zur unüberwindbaren Hürde werden?

Wie ein Übergang in der Praxis gelingen kann – von der ersten Vorbereitung über die Akquise passender Betriebe bis zur Stabilisierung im Arbeitsalltag –, ist Thema unseres Fachseminars am 4. und 5. Mai 2026 in Hamburg. Ulf Mauerhoff, Reha-Koordinator bei den Elbe-Werkstätten in Hamburg und erfahrener Jobcoach, vermittelt den TeilnehmerInnen praxisnahes Wissen und konkrete Werkzeuge für das Jobmatching, die Unternehmensansprache, den Umgang mit Krisen und die anspruchsvolle Doppelrolle zwischen KlientIn und Betrieb.

Kommen Sie nach Hamburg, bringen Sie Ihre Fragen und Ihre Praxis mit und gehen Sie mit neuen Impulsen und konkreten Ideen gestärkt in Ihren Werkstattalltag. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch.

Und mit Blick zurück auf den just vergangenen internationalen Frauentag diese Woche im KLARER KURS Artikel ein Beitrag „Für mehr Frauen in Führung.“

Ihr Team von 53° NORD


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Kostenpflichtiger Artikel Für mehr Frauen in Führung: „Werft Euren Hut in den Ring!“

Die beiden Vorständinnen der BAG WfbM fordern Frauen zu größerer Sichtbarkeit und dem Ergreifen von Aufstiegschancen auf.

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Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt für psychisch erkrankte Menschen

Zugänge schaffen – Perspektiven eröffnen – Teilhabe ermöglichen

Seminar | Gut Gefragt | Hamburg | 04. - 05. Mai 2026 | 480,00 Euro

Infos & Anmeldung

Die Berufliche Trainingswerkstatt der Elbe-Werkstätten

Chancen für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen

 Online | 12. Juni 2026 | 149,00 Euro

Infos & Anmeldung

Gemeinsam Zukunft gestalten: Wie Werkstätten sich öffnen und sichtbar werden

Für Werkstätten, die mit neuen Ideen mutig vorangehen

Fachtagung | ChancenHaus | Bad Kreuznach | 08. - 09. Juli 2026 | 480,00 Euro

Infos & Anmeldung

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt unseres Programms...

Die komplette Übersicht unserer Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website.

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Die Kennzahl „Werkstattbeschäftigte/Tagesförderstätten-Besucher pro 1.000 Einwohner“ stammt aus dem Kennzahlenvergleich der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (2022). Sie bezieht sich auf 18- bis 65-Jährige und umfasst den Arbeitsbereich der WfbM (272.780 Personen) sowie die Tagesförderung (39.176, etwa die Hälfte unter dem Dach einer WfbM). Nicht enthalten sind EV- und BBB-Plätze; diese beziffert die BAG WfbM auf rund 26.000.

Der Durchschnittswert von 5,9 variiert laut BAGüS  regional deutlich:

  • Westdeutsche Flächenländer: 5,0 je 1.000
  • Ostdeutsche Flächenländer: 7,3 je 1.000
  • Stadtstaaten: 3,4 je 1.000

Interpretation der Unterschiede

Der Abstand zwischen Ost (7,3) und West (5,0) beträgt rund 46 %. Die Gründe liegen vor allem in strukturelle Faktoren:

Strukturschwäche und Bevölkerungsrückgang: Viele ostdeutsche Regionen verzeichnen seit der Wiedervereinigung Abwanderung und hohe Arbeitslosigkeit. Sachsen-Anhalt verlor zwischen 1990 und 2020 etwa ein Viertel seiner Bevölkerung. Menschen mit Werkstattanspruch bleiben häufig vor Ort; bei sinkender Einwohnerzahl steigt so der relative Anteil der Werkstattbeschäftigten.

Fehlende Alternativen: In wirtschaftsschwachen Regionen fehlen oft inklusive Arbeitsplätze und unterstützende Netzwerke. Nicht nur im Osten, sondern z. B. auch im Ruhrgebiet, in Teilen von Rheinland-Pfalz oder in Ostfriesland. Werkstätten sichern dort häufig die einzige verlässliche Tagesstruktur und Teilhabe.

Stadtstaaten und Metropolregionen: Der niedrige Wert der Stadtstaaten (3,4) findet sich auch in anderen Ballungsräumen. Die Gründe liegen in vermehrten ambulante und inklusive Angeboten, in einem diversifizierten Arbeitsmarkt, dem gut ausgebauter ÖPNV und einer jüngeren Bevölkerungsstruktur.

 

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