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Liebe Leserinnen und Leser!
Das Bundesteilhabegesetz sollte vieles besser machen. Mehr Wahlfreiheit, weniger Bürokratie, stärkere Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung. Die Absicht war gut, die Wirklichkeit sieht vielerorts anders aus.
Werkstätten für behinderte Menschen und andere Leistungsanbieter stehen heute unter erheblichem Druck. Die Bedarfsermittlung gilt in der Praxis als aufwendig und unhandlich. Leistungsverhandlungen gestalten sich schwierig, schlüssige Finanzierungskonzepte bleiben oft Wunschdenken. Dazu kommt eine ausufernde Dokumentationspflicht, die Zeit und Energie bindet. Und wer einen Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt sucht, stößt auf strukturelle Hürden, die trotz aller Reformen kaum kleiner geworden sind.
Besonders folgenreich ist der bundesweite „Flickenteppich": Je nachdem, in welchem Bundesland jemand lebt, sind Chancen auf echte Teilhabe sehr unterschiedlich verteilt. Was in Bayern funktioniert, scheitert in Brandenburg an fehlenden Strukturen – und umgekehrt. Das darf auf Dauer kein Dauerzustand bleiben.
Genau hier setzt der 3. Hamburger Innovationskongress an. Am 22. und 23. Juni 2026 lädt 53° NORD gemeinsam mit dem Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) ins Wälderhaus ein, zu einem Kongress, der mehr sein will als eine Fachtagung.
Was diesen Kongress dieses Jahr besonders macht: Er bringt alle relevanten Akteursgruppen wirklich zusammen: Leistungsträger, Leistungserbringer und Leistungsempfänger, dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesetzgebung. Alle Handlungsebenen an einem Tisch, im echten Dialog. Denn Lösungen entstehen nur dort, wo verschiedene Perspektiven aufeinandertreffen.
Der Ausgangspunkt des Programms sind neun „geknackte Nüsse" – Praxisbeispiele, die zeigen, was bereits funktioniert: von Ansätzen zur Entbürokratisierung über innovative Finanzierungsmodelle bis hin zu neuen Konzepten zur Mitgestaltung durch Beschäftigte. Es schließt sich die konkrete Arbeit an Wegen aus der Krise an. Innovative Handlungsoptionen auf allen Ebenen: Für Gesetzgebung und Leistungsträger, für Leistungserbringer und für die Beschäftigten.
Moderiert wird der Kongress erneut von Leo Baumfeld aus Wien, mit dem partizipativen Ansatz, der den Hamburger Innovationskongress seit Beginn auszeichnet: Die Teilnehmenden setzen eigene Schwerpunkte, diskutieren, was sie wirklich bewegt, und entwickeln gemeinsam Ideen, die über die eigene Organisation hinausreichen.
Die Platzzahl ist auf 80 Teilnehmende begrenzt. Wer dabei sein will, sollte sich frühzeitig anmelden und sich auf zwei Tage freuen, aus denen sich erfahrungsgemäß weit mehr ergibt als neue Impulse: konkrete Kooperationen, belastbare Kontakte, und vielleicht der Anstoß für das nächste wegweisende Projekt.
Außerdem ist Hamburg im Juni immer eine Reise wert. Wir freuen uns auf Sie.
Ihr Team von 53° NORD
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