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Liebe Leserinnen und Leser!
Brauchen Werkstätten für behinderte Menschen ein Theaterangebot? Als begleitendes Angebot liegt die Antwort nahe: Ja, das ist sinnvoll. Theater schafft Räume für Ausdruck, Begegnung und Kreativität. Menschen können neue Rollen erproben, eigene Fähigkeiten entdecken und erfahren, dass das, was sie leisten, für andere Bedeutung gewinnt. Doch muss Theater ein begleitendes Angebot bleiben? Oder kann es selbst zum Arbeitsfeld der WfbM werden? Die Praxis zeigt, dass beides möglich ist. Thikwa und RambaZamba in Berlin, das Theater Augenblick in Würzburg oder MEINE DAMEN UND HERREN in Hamburg stehen für professionelle Theaterarbeit mit Menschen mit Behinderung. Was sie verbindet: Theater wird nicht lediglich als pädagogisches Zusatzangebot verstanden. Es ist künstlerische Arbeit. Damit verändert sich die Perspektive auf den Arbeitsauftrag der Werkstatt. Arbeitsangebote sollen sich an Fähigkeiten und Neigungen der Beschäftigten orientieren. Warum sollte darunter nicht auch Schauspiel fallen? Für manche Menschen kann die Bühne ein Arbeitsort sein, an dem ihre besonderen Fähigkeiten besser zur Geltung kommen als in klassischen Arbeitsfeldern der WfbM. Denn Schauspiel ist Arbeit. Es bedeutet proben, Abläufe erarbeiten, Figuren entwickeln, Stimme und Körper einsetzen, mit andern zusammenspielen, Verantwortung übernehmen, sich auf Aufführungen vorbereiten. Es gibt Arbeitszeiten, Anforderungen, ein gemeinsames Ergebnis und ein Publikum. Auch die Rolle der Beschäftigten verändert sich. Sie sind nicht nur Menschen, die in einer Werkstatt Unterstützung erhalten. Sie sind Schauspielerinnen und Schauspieler, Ensemblemitglieder, Künstlerinnen und Künstler. Das Publikum kommt nicht in die Werkstatt, um ein inklusives Projekt zu besichtigen, sondern ins Theater, um eine Aufführung zu sehen. Für die Werkstatt ist damit allerdings ein Anspruch verbunden. Ein professioneller Theaterbereich entsteht nicht nebenbei. Er benötigt qualifizierte künstlerische Leitung, Regie und Anleitung, kontinuierliche Probenarbeit, geeignete Räume und Technik sowie regelmäßige Produktionen und Aufführungsmöglichkeiten. Vor allem braucht er die Bereitschaft, künstlerische Arbeit an professionellen Maßstäben auszurichten. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Brauchen Werkstätten ein Theaterangebot? Sondern: Wie weit reicht unser Verständnis von Arbeit – und welche Arbeitsfelder entstehen, wenn Fähigkeiten, Interessen und Neigungen der Menschen zum Ausgangspunkt werden? Wie eine solche Theaterarbeit konkret aussehen kann, zeigt das Theater Augenblick der Mainfränkischen Werkstätten in Würzburg. Am 23. und 24. November 2026 lädt 53° NORD dort zum zweitägigen Theaterworkshop „Theaterarbeit mit Menschen mit Behinderung – kreativ und professionell“ ein. Theaterleiter Stefan Merk, Theaterpädagogin Susanne Dill und die Choreografin Lisa Kuttner vermitteln praxisnah Storytelling, Figurenentwicklung, Regiearbeit, Schauspiel sowie tänzerisch-körperorientierte Methoden. Vorerfahrungen sind nicht erforderlich. Nutzen Sie die Gelegenheit, professionelle Theaterarbeit kennenzulernen, neue Methoden für die eigene Praxis zu erproben und „Theater als Arbeit“ weiterzudenken.
Warum sich der Weg nach Hamburg zu "Inklusion ist Mehrwert“ der LAG WfbM HH wieder lohnen wird, erfahren Sie im 
Ihr Team von 53° NORD
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Wie unterscheiden sich die Diagnostikverfahren HAMET und MELBA?
HAMET und MELBA dienen beide der beruflichen Diagnostik. Sie setzen aber an unterschiedlichen Punkten an. HAMET ist ein praktischer Test, genau genommen eine ganze Familie von Testverfahren, darunter hamet 2, hamet e und hamet drei. Die Teilnehmenden arbeiten mit Werkzeugen und lösen Aufgaben. Bei hamet 2 geht es um Tempo und Routine, den Umgang mit Werkzeugen, Wahrnehmung, Messgenauigkeit und darum, ob jemand Anweisungen versteht und umsetzt. Andere Module erfassen auch soziale Kompetenzen. Die Ergebnisse lassen sich mit Vergleichsgruppen abgleichen. Eingesetzt wird HAMET vor allem am Übergang von der Schule in den Beruf und im Berufsbildungsbereich. Es zeigt, wo jemand steht und wo er sich entwickeln kann.
MELBA ist dagegen kein Test, sondern ein Einschätzungsverfahren. Es beschreibt 29 Merkmale, von Teamarbeit über Konzentration und Sorgfalt bis zu Lesen und Rechnen, und zwar zweifach: als Fähigkeitsprofil einer Person und als Anforderungsprofil einer Tätigkeit. Es nutzt Beobachtungen, Arbeitsproben, Gespräche und Aussagen Dritter. Legt man beide Profile nebeneinander, sieht man, wo Person und Arbeitsplatz zusammenpassen und wo Über- oder Unterforderung droht. Das setzt Erfahrung voraus. Die Deutung der Unterschiede bleibt zum Teil subjektiv.
Kurz gefasst: HAMET fragt: Was kann jemand unter standardisierten praktischen Bedingungen? MELBA fragt: Was verlangt eine Tätigkeit, und wie passt das zu dieser Person? Konkurrenten sind die beiden Verfahren deshalb nicht. In der Praxis lassen sie sich gut kombinieren.
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