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Impulse für die Zukunft der beruflichen Teilhabe

Das Veranstaltungsprogramm 2027 ist erschienen

Bild Impulse für die Zukunft der beruflichen Teilhabe

 20. Oktober 2026 |  Katrin Euler und Dieter Basener | Textbeitrag

Wie lassen sich Werkstätten zukunftsfähig gestalten? Wie können Beschäftigte mehr Verantwortung übernehmen, Bildungsangebote wirksamer werden und Fachkräfte Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen angemessen begleiten? Und wie bleiben Einrichtungen zugleich wirtschaftlich handlungsfähig? Das Veranstaltungsprogramm 2027 von 53° NORD greift diese und viele weitere Fragen aus dem Alltag und der Entwicklung der beruflichen Teilhabe auf. Seminare, Fachtagungen, Diskussionsforen und Praxisberichte bieten Gelegenheit, neue Perspektiven kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Werkstätten weiterentwickeln – strategisch und praktisch

Welche Aufgaben werden Werkstätten künftig übernehmen, und wie müssen sie sich dafür aufstellen? Das Diskussionsforum „Wird die Werkstatt von heute noch die Werkstatt von morgen sein?“ lädt dazu ein, den eigenen Auftrag und die strategische Ausrichtung der Institution zu hinterfragen. Die Fachtagung „Change-Management: Von der Krise zur Lösung“ nimmt Veränderungsprozesse in den Blick. Mit „Werkstatt neu denken – mehr betriebliche Teilhabe wagen“ steht zudem die Frage im Mittelpunkt, wie IPS und Supported Employment als Organisationsmodell in Werkstätten für psychisch Erkrankte genutzt werden können.

Auch die konkrete Organisation der Arbeit kommt nicht zu kurz. „Lean Management in der WfbM“, „Effizienter arbeiten“ und „Arbeitsprozesse in der WfbM effizient gestalten und optimieren“ beschäftigen sich mit der Gestaltung und Verbesserung von Abläufen. Das Seminar „Wenn Werkstattbeschäftigte Arbeitsaufträge selbst steuern“ zeigt, wie teilautonome Gruppenarbeit Selbstverantwortung stärken kann. Weitere Angebote widmen sich Kennzahlen und Wirksamkeit, der Auftragskalkulation, der Finanzierung sowie der Sicherung von Aufträgen und neuen Geschäftsfeldern.

Personenzentrierung, Bildung und Selbstbestimmung

Wie wird aus dem Anspruch der Personenzentrierung eine tragfähige Praxis? Die Veranstaltung „Personenzentrierung praktisch umsetzen“ richtet sich an Sozialdienste, die Veränderungsprozesse gestalten wollen. „Arbeit, die zu mir passt!“ nimmt Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und psychischer Erkrankung in den Blick. Mit „Alter gestalten statt verwalten“ geht es um personenzentrierte Konzepte für ältere Werkstattbeschäftigte.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf beruflicher Bildung und Lernen im Arbeitsalltag. „Vom Kurs zur Lerngelegenheit“ fragt, wie Qualifizierung nachhaltig in die tägliche Arbeit übertragen werden kann. „Bildungswege individuell gestalten“ ergänzt diesen Schwerpunkt. Auch die Frage, wie Beschäftigte Arbeitsaufträge selbst steuern und Verantwortung übernehmen können, gehört dazu. Mit dem digitalen Kompetenzatlas, der Aktivitäts- und Teilhabeanalyse GATA sowie weiteren Angeboten zur Teilhabeplanung kommen zudem Instrumente in den Blick, die Bildungs- und Entwicklungsprozesse unterstützen können. Seminare zu Empowerment und ressourcenorientierter Arbeit greifen die Frage auf, wie Selbstbestimmung und vorhandene Fähigkeiten gezielt gestärkt werden

Menschen verstehen und professionell begleiten

Die pädagogisch-rehabilitative Arbeit verlangt, unterschiedliche Lebenslagen, Wahrnehmungsweisen und Unterstützungsbedarfe zu verstehen. Das Programm bietet dazu verschiedene Zugänge: von „Beziehungsgestaltung und Gesprächsführung mit Menschen mit psychischer Erkrankung“ über den Umgang mit Doppeldiagnosen bis zur Begleitung herausfordernden Verhaltens. Auch die Veranstaltung „Null Bock! 2.0“ nimmt Situationen in den Blick, in denen Beschäftigte Anstrengung verweigern und Fachkräfte konstruktive Lösungen finden müssen.

Neurodivergenz, Autismus und ADHS sind weitere Themen. Die Angebote „Anders denken. Anders wahrnehmen. Anders arbeiten.“ und „Nicht schwierig, sondern anders“ beschäftigen sich damit, unterschiedliche Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen besser zu verstehen und passende Unterstützung zu entwickeln. Hinzu kommen Fragen der Gesundheitsförderung, des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Zusammenarbeit mit Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen.

Digitalisierung und Qualität sinnvoll nutzen

Digitale Werkzeuge können die soziale Arbeit, die berufliche Bildung und die Organisation von Arbeitsprozessen unterstützen. Entscheidend ist, wo sie einen tatsächlichen Nutzen bringen. „Mehr als Apps!“ stellt digitale Tools für die soziale Arbeit vor; „Entdecken. Ausprobieren. Mitmachen“ widmet sich digitalen Helfern für Alltag und Beruf. Die Veranstaltung „KI-Nutzung in der WfbM“ behandelt organisatorische Rahmenbedingungen und rehabilitationsrechtliche Perspektiven. „Digitale Lernformate in der Werkstatt“ zeigt Möglichkeiten, Lernen neu zu gestalten.

Auch Qualitätsmanagement wird als Entwicklungsaufgabe verstanden: „QM mit Wirkung“ fragt danach, wie Qualitätsmanagement über die Erfüllung von Auditvorgaben hinaus zur Weiterentwicklung einer Einrichtung beitragen kann. Weitere Veranstaltungen befassen sich mit der Umsetzung und Wirkung von Fortbildung sowie mit der Frage, wie digitale Instrumente personenzentrierte Teilhabeplanung unterstützen können.

Einblicke in die Praxis und neue Perspektiven

Konkrete Erfahrungen aus Werkstätten und Einrichtungen bilden einen weiteren Programmschwerpunkt. Dazu gehören die Sozialraumorientierung als Erfolgsstrategie, das Fuldaer Modell Perspektiva und die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Die Veranstaltung „Lösungen für das Mobilitätsproblem im ländlichen Raum“ greift eine praktische Voraussetzung beruflicher Teilhabe auf: Wie erreichen Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, wenn kein Fahrdienst zur Verfügung steht?

Auch Produktionsverantwortliche finden eigene Austausch- und Fortbildungsangebote. Die Tagung der Produktionsleitungen, der GDW Meeting Point und Veranstaltungen zur Auftragsrentabilität, zum Fulfillment sowie zur erfolgreichen Auftragssicherung bieten Anknüpfungspunkte für die betriebliche Praxis. Ergänzt wird das Programm durch Angebote für JobCoachs, zur Schwerbehindertenvertretung, zu Vertrauenspersonen sowie zu rechtlichen Fragen und zur Verantwortung von Fach- und Führungskräften.

Das Veranstaltungsprogramm 2027 verbindet damit strategische Fragen der Werkstattentwicklung mit konkreten Herausforderungen des Arbeitsalltags. Es bietet Fach- und Führungskräften, Sozialdiensten, Produktionsverantwortlichen und weiteren Beteiligten zahlreiche Möglichkeiten, Wissen zu vertiefen, Erfahrungen zu teilen und neue Ansätze für die eigene Praxis kennenzulernen.

Das vollständige Programm mit Terminen, Veranstaltungsorten und Anmeldemöglichkeiten können Sie hier als pdf runterladen oder Sie stöbern in der Veranstaltungsübersicht von 53° NORD.

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