Qualität im Betrieb!
Ein Kooperations- und Praxisprojekt der BAG UB

Wie gelingt es, Menschen mit Behinderungen besser auf ihrem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu begleiten? Diese Frage beschäftigt Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Andere Leistungsanbieter und Fachdienste seit vielen Jahren. Vieles ist bereits erreicht worden. Gleichzeitig zeigen Praxiserfahrungen, dass erfolgreiche Übergänge gute Rahmenbedingungen, qualifizierte Fachkräfte und tragfähige Netzwerke erfordern, ebenso wie die konsequente Einbeziehung der jeweiligen Person. Entscheidend ist, dass Menschen mit Werkstattanspruch ihre berufliche Perspektive selbstbestimmt entwickeln und ihr Wunsch- und Wahlrecht wahrnehmen können.
Ziele personenzentrierter & betrieblicher Angebote
Hier setzt das bundesweite Projekt „Qualität im Betrieb – Personenzentrierte und betriebliche Teilhabe bei anderen Leistungsanbietern und WfbM“ an. Es informiert über die bestehenden Möglichkeiten betrieblicher Teilhabe, macht Erfahrungen aus der Praxis sichtbar und zeigt betriebliche Qualifizierung als einen Weg für die eigene berufliche Entwicklung auf. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Unterstützte Beschäftigung (BAG UB) ist projektverantwortlich und koordiniert die Umsetzung. Seit Mai 2025 arbeiten acht erfahrene Praxispartner daran, erfolgreiche Ansätze der betrieblichen Teilhabe zu analysieren, in der Praxis weiterzuentwickeln und für die Praxis nutzbar zu machen. Das bis April 2029 laufende Projekt wird aus Mitteln des Ausgleichsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert (BMAS).

Zieldimensionen personenzentrierter und betrieblicher Teilhabe

Projektpartner
Gemeinsam aus unterschiedlichen Erfahrungen lernen
Fünf Andere Leistungsanbieter beziehungsweise Fachdienste und drei Werkstätten aus verschiedenen Regionen Deutschlands bringen ihre Erfahrungen in das Projekt ein. Beteiligt sind die Hamburger Arbeitsassistenz, ACCESS Nürnberg, Integra Lübeck, der Berufsbegleitende Dienst Neuss, der Internationale Bund Berlin-Brandenburg in Neuenhagen sowie die Elbe-Werkstätten Hamburg, die Boxdorfer Werkstatt Nürnberg und die Diakonie Nord Nord Ost in Lübeck. Die Projektleitung hat Niklas Tibbe (Geschäftsführer der BAG UB). die Projektkoordination liegt bei Nadine Vennekohl.
Nadine Vennekohl sieht die besondere Stärke des Projekts in der Zusammensetzung der acht Praxispartner. „Hier arbeiten acht Leistungserbringer aus unterschiedlichen Regionen zusammen, die jeweils Angebote im Eingangsverfahren sowie im Berufsbildungsbereich anbieten. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die betriebliche Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu stärken und Übergänge in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu ermöglichen.“
Das Projekt wird von einem Beirat begleitet, der sich einmal jährlich zu einer gemeinsamen Sitzung trifft und darüber hinaus bei wichtigen Fragestellungen in den Projektverlauf einbezogen wird. Im Beirat sind unterschiedliche Perspektiven aus Arbeitsverwaltung, Rehabilitation, Werkstätten, Selbstvertretung und inklusiven Unternehmen vertreten. Ihm gehört u.a. Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen an. Hinzu kommen Vertreter*innen der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen, der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen, der Werkstatträte Deutschland, der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben und des Inklusiven Unternehmensnetzwerks.
Der Beirat unterstützt das Projekt durch seine vielfältigen Erfahrungen und Perspektiven. Er trägt dazu bei, Praxiserfahrungen zu reflektieren, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und Impulse für die Weiterentwicklung betrieblicher Teilhabe zu geben.
Die Projektpartner analysieren ihre bisherigen Erfahrungen und fragen, welche Rahmenbedingungen betriebliche Qualifizierung und langfristige Beschäftigung fördern. Die Erkenntnisse fließen in Workshops und regionale Fachforen ein, an denen Werkstätten, andere Leistungsanbieter, Leistungsträger, Arbeitgeber und Selbstvertretungen beteiligt sind.
„Unser Ziel ist es, Wege in betriebliche Teilhabe sichtbar zu machen und aufzuzeigen, was in der Praxis möglich ist. Denn der Betrieb ist ein zentraler Ort für Teilhabe am Arbeitsleben“, beschreibt Nadine Vennekohl den Ansatz. „Wir wollen zeigen, welche Schritte dazu beitragen können, dass Praktika entstehen, Arbeitsverhältnisse aufgebaut und langfristig bestehen können.“
Praxiswissen bündeln und weitergeben
Nach gut einem Jahr befindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase. Regionale Netzwerke sind entstanden, erste Fachforen haben stattgefunden und die Auswertung bewährter Praxisbeispiele hat begonnen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Projektpartner Tools und Werkzeuge sowie Handlungsempfehlungen für Werkstätten, Andere Leistungsanbieter und Leistungsträger.
Die Projektpartner machen ihre Erfahrungen und Ergebnisse über regionale Foren, Veranstaltungen und die Projekthomepage sichtbar. Dabei stellen sie entwickelte Tools und Werkzeuge sowie Praxisbeispiele vor und geben Einblicke in ihre Arbeit. Zudem sucht das Projekt gezielt den Austausch mit Betrieben und anderen Praxispartnern, um Herausforderungen der betrieblichen Teilhabe zu bearbeiten und die weitere Zusammenarbeit zu stärken. Nadine Vennekohl fasst die Zielsetzung des Projekts so zusammen: „Wir möchten mit unseren acht Projektpartnern sichtbar machen, wie betriebliche Teilhabe in der Praxis gelingen kann. Indem wir Erfahrungen teilen, Materialien entwickeln und mit Betrieben sowie weiteren Akteuren in den Austausch gehen, wollen wir bestehende Kooperationen stärken und neue Wege eröffnen.“
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