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Was sich gegenüber Nürnberg ändert, was die Besucher erwartet

„You can!“ - der Werkstattkongress der BAG WfbM vom 11.–13. März 2026 in Leipzig

Bild Was sich gegenüber Nürnberg ändert, was die Besucher erwartet

 10. Februar 2026 |  Dieter Basener | Textbeitrag

  Werkstätten

Mit „You can!“ startet die BAG WfbM im März 2026 erstmals ein neues Veranstaltungsformat. Wer die frühere Werkstättenmesse in Nürnberg kennt, wird feststellen: Hier wurde nicht einfach der Standort gewechselt, die Veranstalter erproben ein verändertes Konzept mit einem anderen Selbstverständnis.

Die Werkstättenmesse war über Jahrzehnte ein klassischer Branchen-Marktplatz: Werkstätten präsentierten Produkte und Dienstleistungen, Käufer informierten sich, Kooperationen entstanden. Der wirtschaftliche Aspekt stand im Mittelpunkt: WfbM Produkte-für B2B und Endverbraucher. Die Fachvorträge waren ein Zusatznutzen für Werkstattbesucher.

„You can!“ dreht diese Logik um. Die Veranstaltung versteht sich als Fachkongress mit Netzwerkplattform und Ausstellung. Ziel ist nicht primär die Präsentation von Leistungsfähigkeit, sondern der Austausch über die Weiterentwicklung inklusiver Arbeit und den Stellenwert von Werkstätten. Entsprechend verschiebt sich auch die Rolle der Teilnehmenden: Nicht mehr Anbieter und Kunden stehen im Mittelpunkt, sondern Fach- und Führungskräfte, Werkstattbeschäftigte, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft als gemeinsame Diskussionspartner. Aus der Messe wird eine arbeitsmarktpolitische Fachveranstaltung.

Der Ausstellungsbereich hat weiter seinen Platz, aber in verändertem Umfang und mit veränderter Funktion. Rund 50 Aussteller präsentieren Projekte, Konzepte und Kooperationsmodelle in unterschiedlichen Themenfelder. Die Ausstellung dient als Praxisillustration zum Kongressprogramm, nicht mehr als Verkaufsfläche.

Kern der Veranstaltung ist jetzt das Fachprogramm mit über 130 Beiträgen. Die Themen orientieren sich an aktuellen fachpolitischen Diskussionen in den Themenbereichen „Arbeitsmarkt & Übergänge“, „Bildung & Qualifizierung“, „Digitalisierung & Technologie“, „Selbstbestimmung & Beteiligung“, „Politik & Systementwicklung“ und „Gesundheit & Rehabilitation“. Ein starkes Gewicht bekommen Fragen nach Beruflicher Bildung, Übergängen, Entgeltstrukturen, alternativen Leistungsanbietern oder rechtlichen Vorgaben.

Der Eintritt kostet pro Person 90 Euro + Ust. für das Tagesticket und 225 Euro + Ust. für alle drei Tage. AssistentInnen für Personen mit Schwerbehindertenausweis mit Kennzeichen B sind kostenfrei.

GDW und 53° NORD sind auch dabei

Übrigens: Auch wir von 53° NORD sind vertreten, auf dem Gemeinschaftsstand aller drei GDWs, für Fragen, Anregungen und Austausch sowie mit insgesamt vier Vorträgen im Veranstaltungsprogramm:

53° NORD zu den beiden Themen: Wie geht Change? Organisationsentwicklung in Werkstätten – was braucht es, was hindert. Beispiele aus der Beratungspraxis (12. März um 11:30 Uhr) Und - gemeinsam mit den Heilpädagogischen Hilfen Osnabrück (HHO): Fit für inklusive Beschäftigung. SPZ und gFAB-Ausbildung für Jobcoachs (12. März um 14 Uhr).

Unsere Muttergesellschaft, die GDW mitte eG wiederum unter der Überschrift „Zukunft gemeinsam gestalten“ einmal das Thema Gemeinsames Marketing von Werkstätten als industrielle Dienstleister. (12. März um 10 Uhr). Sowie Know-how-Transfer im Werkstätten-Netzwerk als effiziente Möglichkeit zur Entwicklung neuer Arbeitsfelder (13. März um 11:30 Uhr). Beide Vortrage sind eine überregionale Aktivität der GDW Nord, Mitte und Süd.

Wer Impulse für seine Werkstattarbeit sucht, für die strategische Weiterentwicklung, für Übergänge und Teilhabestrukturen, aber auch für viele Praxisfragen des WfbM-Alltags, dürfte in Leipzig eher fündig werden als früher in Nürnberg. Das neue Format bleibt ein Treffpunkt der Werkstattfamilie, allerdings deutlich stärker geöffnet für die aktuelle politische und gesellschaftliche Diskussion.

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